Ich bin mit diesem Film zum ersten Mal in Form eines UK-Videos in den Kontakt gekommen und war überrascht, dass er als "18" eingestuft wurde. Isser nich wirklich. Und der Titel, sei es nun "Countess Dracula" oder "Comtess des Grauens" trifft die Story ebenso wenig.
Es wird die Geschichte einer alternden Renaissance-Fürstin erzählt, die durch das Einreiben mit frischem Blut junger Frauen ihre Jugend zurück erhält. Leider immer nur für kurze Zeit, was bedingt, dass unsere Comtesse immer neue Opfer braucht und sich nie richtig sicher fühlen kann. Als sie ihr neues frisches Ego nützt, um den Mann ihrer Träume zu ehelichen (ein Stutzer vorm Herrn, mein lieber Herr Gesangsverein) kommt es zu einem verhängnisvollen Versagen der Blutkur, was einen Tobsuchtsanfall der nun wieder alten Comtesse mit recht tödlichen Folgen hervorruft.
Der Film ist kein überzeugender Horrorfilm. Statt dessen ist er eine aus meiner Sicht gelungene Mischung aus ein bißchen Gothik, jede Menge Kostümfilm, etwas Märchen (Schneewitchen ohne Zwerge) und reichlich Drama. Das Drama ist kein Liebesdrama (ich nehme den Liebenden ihre Zuneigung nicht ab und es ist mir wurst, ob sie sich kriegen), sondern ein Stück über Eifersucht und den Umgang mit dem eigenen Alter.
Für mich als bekennenden Spät-Hammerianer ist "Comtesse des Grauens" ein leider verdrängtes, durchaus ansehenswertes Werk, dass gerade durch eine wohl dosierte Portion Sleaze in positiver Erinnerung bleibt. Es ist natürlich auch für jeden zu empfehlen, der sich für Ingrid Pitt interessiert. Für mich klare 8 von 10 Punkten.