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Mit "Dirty Harry" wurde 1971 in gewisser Weise der Grundstein für das moderne Actionkino gelegt, wenngleich bereits in Filmen wie "Getaway" und "The Wild Bunch" es ähnlich hart und rauh zur Sache ging, wie im ersten Teil der legendären Filmreihe mit der lebenden Legende Clint Eastwood (Rookie).

In San Fransisco geht ein Killer (Andrew Robinson) um, der seine Opfer mit einem Scharfschützengewehr tötet und sich selber Scorpio nennt. Nun hat er ein 14-jähriges Mädchen entführt und lebendig vergraben. Er fordert vom Bürgermeister ein Lösegeld von 100.000 Dollar. Ansonsten stirbt das Mädchen. Mit der Lösegeldübergabe wird der für seine nicht stets korrekten Methoden bekannte Detective Harry Calahan (Clint Eastwood), auch Dirty Harry genannt, beauftragt. Jedoch geht die Übergabe schief und das Mädchen stirbt. Darauf dringt Calahan in Scorpios Versteck ein und kann den Mörder verhaften, der jedoch aufgrund mangelnder Beweise und einem nicht vorhandenen Durchsuchungsbefehl wieder freikommt. Als Scorpio schließlich ein Bus mit Kindern entführt, nimmt Dirty Harry das Gesetz in seine Hand...

Hier erlebt man Clint Eastwood in seiner wohl berühmtesten Rolle, wobei er hier dem Charakter Calahans noch nicht allzu viel Profil verleihen kann. Dazu sollte es erst in den Fortsetzungen kommen, da er hier noch schlicht und einfach den Selbstjustiz ausübenden Bullen mimt. Nicht mehr und nicht weniger. Aber auch so weiß Eastwood zu überzeugen und gibt einen kernigen Helden ab. Sein Gegner wird von Andrew Robinson (City Cobra) dargestellt, der in Ordnung geht, aber eben nicht herausragend ist. Da hatte es Eastwood schon mit viel schlimmeren Typen zu tun gehabt.

Für heutige Actionverhältnisse ist "Dirty Harry" schon ein geradezu ruhiger Vertreter des Genres. Dafür läuft er allerdings ziemlich gradlinig ab und langweilt auch kaum. Lediglich die Lösegeldübergabe und einige andere Nachtsequenzen haben den einen oder anderen Hänger vorzuweisen. Wie schon erwähnt geht es hier in Sachen Action recht ruhig ab, da Dirty Harry nur hin und wieder seine berühmte 44er Bleipuste sprechen lässt und sich einige Autos überschlagen. Mehr ist da eigentlich nicht. Dafür entschädigt aber Eastwood mit seiner Performance, die wohl auch die Vorlage späterer Actionhelden wie John McClane, Martin Riggs oder Frank Castle ist. Auch Calahan gehört zur Sorte der harten Antihelden und verschwiegenen Einzelgängern. Sein zu den Gegnern gezischtes "Make my day" (kommt hier noch nicht vor) ist noch heute ein bekanntes Filmzitat, und auch die 44er Magnum ist und bleibt sein Markenzeichen. Calahan legt die Polizeivorschriften im Umgang mit Gangstern sehr frei aus, ohne dabei über die Grenzen hinauszutreten, was man vor allem im zweiten Teil der Reihe erfährt. Somit ist Dirty Harry für immer eine der bekanntesten Filmfiguren, die schon unzählige Nachahmer gefunden hat. Hinzu kommt in "Dirty Harry" noch das wunderschöne San Fransisco als Kulisse, wobei Regisseur Don Siegel (Die Dämonischen) erst Seattle als Handlungort im Auge hatte. Später entschied er sich dann doch für San Fransisco mit seiner berühmten Bucht, der Goldengate Bridge und Alcatraz. Inzwischen identifiziert man die Metropole schon mit der von Eastwood verkörperten Kultfigur, auch wenn Bürger der Meinung waren, dass die "Dirty Harry"-Streifen dem Ruf ihrer Stadt schaden würde.

Selbst heute noch stehen "Dirty Harry" und seine vier Nachfolger für harte und kompromisslose Cop-Action, in der auch mal außerhalb der üblichen Polizeivorschriften agiert wird, um der Gerechtigkeit genüge zu tun!

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