1971 läutete Don Siegel die „Dirty Harry“-Reihe ein und bescherte Clint Eastwood eine weitere prägende Rolle seiner Karriere. Mit dem ersten Teil wurde einer DER Copthriller der 70er geschaffen, von dem noch heute eine Menge ähnlich gelagerter Filme zehren.
Der Serienkiller Scorpio hat wieder zugeschlagen und wendet sich mit einem Erpressungsschreiben an die Polizei von San Fransisco. Inspektor Harry Callahan, genannt „Dirty Harry“, übernimmt den Fall mit seinem neuen Kollegen Gonzalez. Nach einer misslungenen Geldübergabe überschreitet seine Befugnisse und macht den Killer dingfest, doch die Justiz muß ihn wieder laufen lassen. Doch Harry verfolgt weiter seine Spur…
Ein für die damalige Zeit recht schonungsloser Krimi und auch nach heutigen Maßstäben recht kontrovers. Harry bedient sich der Selbstjustiz und schreckt auch nicht davor zurück einen vermeintlichen Vergewaltiger mit seiner 45er Magnum nieder zu ballern.
Das Ganze ist aber so geschickt verpackt worden, dass Harry dennoch als Sympathieträger durchgeht, denn die Bösewichte sind nun mal durch und durch böse und der Killer Scorpio ist mit seinem schonungslosen Vorgehen das beste Beispiel dafür.
Und so erfreut man sich an der eigenen emotionalen Genugtuung, wenn der Killer im Stadion erwischt und für die Herausgabe von lebensrettenden Informationen auch schon mal gefoltert wird.
Die Kulissen verleihen dem Treiben etwas durchgehend Authentisches, der Blick von den Hochhausdächern, die dunklen und dreckigen kleinen Hinterhofgassen, das Stadion und final eine Art Bergwerkanlage. Passt alles wunderbar zusammen und wird von der typisch coolen Großstadt-Musik der 70er begleitet.
Eastwood geht in der Rolle Callahans sichtlich auf, aber auch die Figur des Scorpio wurde überzeugend umgesetzt.
Auch wenn das Ganze nicht sonderlich knifflig oder anspruchsvoll gestaltet wurde, - das Tempo ist konstant flott und die Action gleichmäßig verteilt worden.
Auch nach so vielen Jahren immer noch ein sauber inszeniertes Stück Unterhaltung.
8 von 10 Punkten