Monty Python sind bekannt für ihren rabenschwarzen, albernen und dennoch meist recht hochintelligenten Blödsinn. Kaum ein Komiker-Team hat es bis heute geschafft, den eigenen, landestypischen Humor, so weltweit beliebt zu machen, wie dieser Britenfünfer zzgl. dem Amerikaner Terry Gilliam. Und das der Humor der Pythons meist rau und nicht gerade die feine englische Art ist, dürfte allgemein bekannt sein. Doch einen wirklichen Skandal gab es nur einmal, der zudem heutzutage eher lächerlich wirkt. "Monty Pythons Das Leben des Brian" sollte als blasphemisches und im Ursprungsland England lange Zeit verbotenes Filmwerk, in die Geschichte eingehen. Doch ist der dritte Python-Film wirklich Gotteslästerlich? Ich sage Nein. Zum Brüllen komisch ist er dafür allemal.
"Das Leben des Brian" ist nämlich weniger eine Satire auf Glauben und Religion, sondern zieht eher duzende von Bibel-Schinken durch den Kakao. Die Truppe macht sich eigentlich zu keiner Szene über Gott, Jesus (na gut, kurz vielleicht;)) oder Christen lustig, sondern verhohnepipelt eher das meist höchst bedeutungsschwangere Getue, welches gerne darum gemacht wird und den dazugehörigen Fanatismus. Dafür hat man sich erst einmal eine Geschichte ausgedacht, die feiner und passender kaum sein kann. Es geht um den Brian, halb Jude, halb Römer, der ungewollt zum Messias auserkoren wird und nun damit zu tun hat, diesen Ruf wieder los zu werden, bis er eines Tages dafür am Kreuze hängen soll. Die Geschichte ist durch die Bank weg interessant und sogar einigermaßen spannend gestaltet worden und erzählt, nach den "Rittern der Kokosnuss", den Film noch einmal in einer komplette Geschichte, anstatt in Episodenform, wie es sonst bei den Pythons so üblich ist. Und das ist gut so.
Herrlich sind dabei natürlich vor allem die großartigen Jokes und Dialoge, die ein ums andere Mal ins Absurdum geführt werden und dadurch für einen Brüller nach dem Anderen sorgen. Wenn Brian z. Bsp. einen römerfeindlichen Spruch an derren Palast schreibt und dabei von den Römern selbst in Sachen Rechtschreibung und Latein korrigiert wird, ist das Lachen groß. Oder wenn Brian, bei der Flucht vor den Römern, plötzlich von einem hohen Turm fällt und dabei in einem Raumschiff landet (und das im Jahre 35 nach Christus). Dazu natürlich die Szene, in der Pilatus als lispelnder, (wahrscheinlich) schwuler und vor allem kreuzdämlicher Herrscher von Rom dargestellt wird, der es nicht einmal merkt, wenn sein eigenes Volk ihn vorführt ("Last Schmul frei"). Dazu Dialoge wie "Werft ihn auf den Poden" oder "Wir sind nicht die judäische Volksfront, wir sind die Volksfront von Judäa", die heutzutage schon längst Kultstatus errungen haben. Kurzum, wer hier irgendwann einmal aus dem Lachen rauskommen sollte, der hat keinen Humor und sollte sich mal ernsthafte Gedanken darüber machen!
Wirklich großartig ist zudem der immense Aufwand, den die Pythons in ihren "Brian"-Film gesteckt haben. Fantastische Kulissen, brillante Kostüme, prächtige Bauten und wirklich viel Liebe zum Detail, lassen die Zeit, am Anfang ihrer Zählung, aufs prächtigste wieder auferstehen und vermitteln dem Zuschauer eine wirklich brillante Atmosphäre, trotz des Komödienstatus des Films. Dazu ein absolut passender Soundtrack, der die Atmosphäre noch einmal zu unterstreichen versucht. Also selbst wenn die Pythons versucht hätten, einen ernsthaften Bibel-Schinken auf die Beine zu stellen, bei dieser Inszenierung wäre ihnen das tadellos gelungen.
Und natürlich dürfen auch die grandiosen Darstellerleistungen nicht vergessen werden. Wie bei den Python-Filmen üblich, stellen die sechs verrückten Kerle, auch hier wieder, alle möglichen und unmöglichen Haupt- und Nebenfiguren selber da. John Cleese sehen wir unter anderem als Befehlshaber einer Steinigung, als VVJ-Anführer "Reg" oder als einer der Verehrer von Brian, dem Messias. Terry Jones zeigt uns, wie man aussieht, wenn man 18 Jahre lang schweigend in einem Loch gesessen hat, wie man den Befehlshaber von Rom veralbert oder in der Rolle von Brians Mutter, einer liebevollen Karikatur Marias;). Michael Palin ist dann dieser Befehlshaber von Rom, Pilatus, aber auch der nette Kreuzverteiler von nebenan und ein bettelnder Ex-Leprakranker. Und Eric Idle? Ja der zeigt als Loretta was es heißt, zu Christus Zeiten Bi-Sexuell zu sein, er spielt die verschiedensten Händler-Rollen und er ist es, der, am Kreuze hängend, das Liedchen "Always Look on the Bright Side of Life..." anstimmt. Dazu natürlich noch Terry Gilliam u.a. als verrückter Gefängniswärter und, nicht zu vergessen, Graham Chapman, in der Rolle von Brian, der als einziger wohl kaum eine weitere Rolle gespielt hat (außer die des "Schwanzus Longus"). Allesamt spielen sie auf höchstem Python-Niveau, welches man hier einfach nur brillant finden kann. Das sind sie, wie sie leib und leben und wie wir sie alle lieben!
Fazit: Brillante, scharfzynische und zum Brüllen komische Bibelfilm-Verarsche, wie man sie nur von den Pythons erwarten kann. Eine grandiose Inszenierung und geniale Gags bis zur letzten Filmsekunde, machen aus "Das Leben des Brian", eine der besten Komödien aller Zeiten, die man einfach nur lieben muss und bei der man auch noch beim 100 Mal köstlich lachen kann. Und wer sich hiervon auf dem Schlips getreten fühlt, der hat entweder die Pythons nicht richtig verstanden oder ist so derartig verbissen in seinem Glauben, dass er einfach nicht merkt, wenn etwas liebevoll parodiert wird, ohne dass die Macher einem wirklich weh tun wollen. Dieser Film ist einfach nur ein großer Spaß für jedermann, egal ob nun Atheist oder Christ!
Wertung: 10/10 Punkte