Brian wird am 25. Dezember in Bethlehem in der Nähe von Jesus geboren und wächst in einem, von den Römern unterdrückten, Israel auf. Als Erwachsener schließt er sich der Volksfront von Judäa an und gerät mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt, bis er schließlich von den Israeliten als Messias verehrt wird und infolge dessen zum Tod am Kreuz verurteilt wird.
Wie alle Filme, die gegen moralische und, wie in diesem Fall, gegen religiöse Grenzen verstoßen haben, hatte auch "Das Leben des Brian" mit anfänglichem Widerstand zu kämpfen. Ex-Beatle George Harrison sprang als Geldgeber ein, nachdem alle anderen abgesprungen waren und so ziemlich jeder, der wöchentlich in die Kirche gerannt ist, hat Protest gegen den Film erhoben. Aber wie schon bei Alfred Hitchcocks "Psycho", bei dem die Proteste ähnlich groß waren, wurde der Film entsprechend gehypet, konnte einen beträchtlichen Erfolg verbuchen und avancierte schließlich zum Kult-Film und zur wohl bekanntesten Komödie von Monty Python. Und alles in allem ist dies gerechtfertigt, da das illustre und amüsante Sextett nach "Die wunderbare Welt der Schwerkraft" und "Die Ritter der Kokosnuss" noch einmal zur Hochform aufläuft und seine beste Arbeit abliefert, die von der ersten bis zur letzten Minute prächtig unterhalten kann.
Der Humor ist mal wieder Monty Python pur und die übliche, wohl dosierte Mischung aus skurrilen Einfällen, Kalauern und Klamauk und dreistem und hintergründigem Zynismus. Genau diese Gags werden hier am laufenden Band gebracht, es gibt keine einzige Minute im Film, in der kein überzeugenden Gag eingebaut wird und so ist wirklich keine einzige Szene überflüssig und der Film ohne Längen und ohne Leerlauf enorm unterhaltsam. Darüber hinaus gibt es einige gelungene Seitenhiebe auf diverse Monumentalfilme und Parodien und Anspielungen auf das Leben Jesu, die selbst heute, knapp 30 Jahre später immer noch dreist und witzig sind. Hinter dem Slapstick-Humor und den Kalauern findet sich auch, wenn auch nicht so intensiv wie später bei "Dogma" hintergründiger Zynismus gegen Fanatismus jeglicher Art, sei es nun religiöser, oder politischer. Hier noch mal den Hinweis: wer noch nie diesen unvergleichlichen Monty-Python-Humor hat sehen dürfen, der hat definitiv etwas verpasst.
Wie schon bei "Die Ritter der Kokosnuss" und später bei "Der Sinn des Lebens" übernahm Terry Jones die Regie und liefert mit "Das Leben des Brian" seine definitiv beste Arbeit ab. Er setzt die sechs brillianten Komiker hervorragend in Szene und erzeugt so Lacher am laufenden Band. Kulisse, Ausstattung und Hintergrundmusik sind bewusst so gewählt, dass "Das Leben des Brian" rein formal wie ein Monumental-Film wirkt und natürlich lässt Jones keine Möglichkeit aus, diese zu parodieren. Auch ansonsten bricht Jones alle Tabus, die er nur brechen kann, von freizügigen Nackt-Aufnahmen der Hauptdarsteller, über einen gehörigen Schuss Brutalität an einigen Stellen, bis hin zu absolut offensichtlichen Anspielungen auf Jesus Christus. Man könnte ihm höchstens zum Vorwurf machen, dass er die hintergründigen Stellen um Fanatismus, oder Brians Reden über den Individualismus zwischen dutzenden Gags und Skurrilitäten untergehen lässt, aber man kann ja nicht alles haben. Im Großen und Ganzen kann man die Inszenierung von der ersten Sekunde bis zur Kreuzigung und dem bekannten, beinahe legendären Song "Always Look on the Bright Side of Life" als perfekt bezeichnen.
Darstellerisch gibt es an der britischen Blödel-Truppe nichts auszusetzen. Graham Chapman spielt den, im Laufe seines Lebens dutzendfach in verschiedene Rollen gezwängten Brian, überzeugend, zieht die Sympathie und des Mitgefühl des Zuschauers auf sich und ist der einzige Darsteller im Film, der einen Ansatz von Ernst wahrt und gerade deshalb einige Lacher verbuchen kann. John Cleese darf gleich in mehreren Rollen glänzen, und macht sich mit seinem einmaligen und staubtrockenen britischen Humor hervorragend und zeigt, dass er zu Recht auch in den Staaten Karriere machen konnte. Auch die übrige Monty-Python-Crew kann voll und ganz überzeugen, wobei mir vor allem Terry Jones als schrullige Mutter Brians sehr gut gefallen hat. Dass die Truppe definitiv mehr als Blödeln kann, zeigt das Drehbuch, das Monty Python selbst verfasst hat und neben einer unvorhersehbaren und provokanten Handlung stellenweise echten Tiefgang bietet.
Fazit:
Hintergründiger Zynismus, Kalauer und Klamauk vom Feinsten und ein bisschen Slapstick: Monty Python pur! Mit "Das Leben des Brian" schuf das britische Komiker-Sextett seinen definitiv besten Film, den man sich unter keinen Umständen entgehen lassen sollte und mit Gags am laufenden Band, hervorragenden Darstellern und einer starken Parodie auf Monumentalfilme und das Leben Jesu über die voll Laufzeit perfekt unterhält.
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