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Die britische Comedy-Truppe Monty Python lieferte mit "Das Leben des Brian" eine respektlose Parodie auf die biblische Geschichte von Jesu Leben und Wirken. Der Fokus liegt dabei auf dem einfachen Juden Brian, der zufällig in der gleichen Nacht wie Jesus geboren wird und dessen Abenteuer im von den Römern besetzten Israel ihn zum Mitglied einer recht unfähigen Untergrundorganisation machen, bevor er als Prophet vom Volk gegen seinen Willen verehrt und gejagt wird und schließlich neben Jesus am Kreuz endet - wo die Runde der Gekreuzigten den Mut nicht verliert und ihrem Schicksal zum Trotz "Always look on the bright side of life" pfeift.

Monty Python steht ja bekanntermaßen für die Perfektionierung höheren Nonsens-Humors. Ob in ihrer Fernsehserie oder in Kinofilmen wie "Der Sinn des Lebens" und "Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft" - der brachiale, oft vulgäre, immer aber hintersinnig intelligente Humor der Truppe ist in der Film- und Fernsehlandschaft einzigartig. Auch "Das Leben des Brian" zeichnet sich durch respektlose, mitunter nicht sehr niveauvoll wirkende Gags aus: Wenn schon in der ersten Szene die drei weisen Könige des Morgenlandes mit ihren heiligen Geschenken im falschen Stall landen und von Brians rabiater Mutter ziemlich unwirsch empfangen werden, ahnt man bereits, wohin die Reise geht. Bibelfeste Gläubige sollten jedenfalls eine Menge Humor mitbringen, falls sie in diesem Film landen.

Den derben Gesprächen und Verhaltensweisen der primitiven Figuren stehen allerdings auch eine ganze Reihe ironischer Dialoge und Szenen gegenüber: Die an moderne Philosophenkreise angelehnten Debatten der Untergrundbewegung, der sich Brian anschließt, strotzen vor Selbstironie, und wenn Brian im falschen Latein "Römer geht heim" an eine Mauer pinselt und von einem römischen Soldaten, der ihn erwischt, korrigiert und dazu verdonnert wird, die korrekte Fassung einhundert Mal anzuschreiben, ist das ebenso köstlich wie Brians Mutter, die jedem, der ihr nicht in den Kram passt, "Verpiss dich!" entgegen schleudert. Besonders die Steinigungsszene dürfte ein Paradebeispiel für diese Mischung aus derb-dumpfem Slapstick und cleverer Ironie sein.

Bei all diesem krassen Humor verzeiht man gerne die einfallslose Kameraführung und eher bescheidene darstellerische Leistungen. Auch die schlichte Story, die kaum mehr als eine Aneinanderreihung sketchartiger Szenen ist, dürfte Geschmackssache sein, ist aber auch sehr typisch für Monty Python. Und trotz teils mäßiger Spezialeffekte merkt man dem Film den großen Aufwand bei den Dreharbeiten an. Auch wenn "Das Leben des Brian" sicher nichts für Cineasten ist und überhaupt der Humor der Truppe für spezielle Geschmäcker ausgerichtet ist, kann sich ein Blick wirklich lohnen. Der einzigartige Humor, dessen Pendeln zwischen brachialem Nonsens und genialer Satire schon faszinierend sein kann, und schrille Gags im Minutentakt können hier für reichlich Unterhaltung sorgen - sofern man sich auf das durchgeknallte Konzept Monty Pythons einlässt.

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