Einer der Klassiker der britischen „Monty Python“ - Truppe, der sich um ein Missverständnis mit weitreichenden Folgen dreht. Zumindest für Brian, der im Judäa kurz n. Chr. aufwächst, aufgrund diverser Fehlinterpretationen für den Messias gehalten wird und so ungewollt von einer Schar Gläubigen gestalkt wird.
Das inszenierende Sextett ist dabei mal wieder in Hochform und zig verschiedenen Rollen zu sehen, einzelne davon hervorzuheben wäre da ebenso witzlos wie auf die vielen, vielen großartigen Einzelszenen einzugehen. Auch nach über 40 Jahren bieten sie einfach eine Aneinanderreihung von gelungenen Dialogen und den von den Pythons gewohnten Absurditäten, zusammengehalten von der Geschichte um den zwischen verschiedenen Interessen umherstolpernden Brian. Den Kultsong „Always look on the bright side of life“, welcher auch als einer der beliebtesten Songs auf Beerdigungen in Britannien gilt, gibt’s obendrauf.
Bedenkt man, was der Film vor und zu seiner Veröffentlichung damals an Kontroversen ausgelöst hat – heiliger Bimbam. Hierzu kann man einiges nachlesen und es befremdlich finden, behandelt der Film in seinem Kern auf satirische Weise doch eben religiösen Fanatismus. Vielleicht stieß der durch Brian propagierte Individualismus den Protestlern sauer auf, vielleicht auch einfach die Herangehensweise, sich ohne jegliche Berührungsängste mit dem Ursprung mancher Weltreligion auseinanderzusetzen.
Jedenfalls schwangen immer wieder Vorwürfe der Blasphemie auf Seiten der Kritiker mit. Diese kann man hier aber nicht erkennen, wobei man als Atheist mit sowas eh keine Probleme haben dürfte. Doch die Pythons haben hier die Grenze perfekt gezogen und im Zusammenhang mit der erzählten Geschichte gehen solche Angriffspunkte gen Null. Teile der biblischen Geschichte sind unweigerlich vorhanden, abgewandelt und mit neuen Versatzstücken angereichert, die, gerade für einen Monty Python Film, ein geschickt gestricktes Ganzes geben.
Dabei bekommt nicht nur die Religion ihr Fett weg, gleichsam verfrühstückt man politische Ideologien, Dogmatismus an sich und kümmert sich nebenbei noch um diverse Klischees aller Couleur.
Damals kontrovers, heute ein Klassiker. Derart reich an Zitaten, wunderbar humoristischen Szenen und einer gut beobachteten Auseinandersetzung mit dem Themen Glauben, Religion und Politik in seinen verschiedenen Ausprägungen war ein Film selten und gilt bis heute zurecht als einer der Höhepunkte im Schaffen von Monty Python. So gut waren sie danach nie wieder. Böse sein kann man ihm nicht, es sei denn, man nimmt den Quatsch wirklich ernst. Und damit meine ich nicht den Film.