„Ich hoffe, Sie wissen, dass die Sache nicht ungefährlich ist.“ – „Natürlich, Käpt’n. Ich habe viel über die Antarktis gelesen.“ – „Ich habe nicht so sehr an die Gefahr in der Antarktis gedacht, aber Sie sind die einzige Frau unter 800 Männern auf dieser Fahrt!“
Im Jahre 1957 versuchten sich die altehrwürdige „Universal“-Studios an einem Science-Fiction-/Abenteuer-/Fantasy-Mix, inspiriert von „The Lost World“ und dessen Verfilmungen sowie seinerzeit aktuellen Forschungsergebnissen der Byrd-Expedition in die noch nicht in einem Maße wie heute ausgekundschaftete Antarktis, die besagten, dass im ewigen Eis Warmwasserquellen gefunden worden wären.
So spann man eine Handlung um drei Wissenschaftler und eine Reporterin, die mit ihrem Hubschrauber in der Antarktis, genauer: in einem prähistorischen Tal eintausend Meter unter dem Meeresspiegel, in dem tropische Temperaturen herrschen, notlanden müssen. Fortan trifft man auf vor Urzeiten ausgestorben geglaubte Fauna und Flora, was sich als lebensgefährlich entpuppt, sowie auf einen bereits vor zehn Jahren dort gestrandeten Menschen (Henry Brandon, „Starr vor Angst“). Nun gilt es, zu überleben und einen Weg zurück in die Zivilisation zu finden…
„Die Frau besteht zu 90% aus Wasser, einer Prise Salz und metallischen Zusätzen. Aber ich habe noch nie einen salzigen oder metallischen Geschmack feststellen können.“
Ein gigantischer Farbfilm im Cinemascope-Superbreitwandformat und mit aufwändig hergestellten Kreaturen sollte es werden. Nachdem die ersten Dinosaurier fertiggestellt waren, ging allerdings bereits das Geld aus, so dass das Budget drastisch zusammengestrichen wurde. Farbe und teure Ausstattung fielen dem Rotstift zum Opfer, das Cinemascope-Format blieb, doch der ursprünglich für die Regie vorgesehene Jack Arnold („Tarantula“) winkte ab. So war es an Cutter Virgil W. Vogel, der zuvor bereits mit „The Mole People“ sein Regietalent unter Beweis gestellt hatte, „Der Flug zur Hölle“ unter diesen Umständen zu inszenieren.
In beengt wirkenden Studiokulissen und vor Matte-Paintings kämpfen sich unsere wackeren Helden mehr oder weniger nach Schema F durch den bedrohlichen Dschungel, der vom fehlenden Horizont einmal abgesehen eigentlich recht gelungen aussieht, was man vom trotz teurer technischer Entwicklung eher statisch wirkenden Tyrannosaurus Rex, in dessen Kostüm unschwer erkennbar ein Mensch steckte, nicht unbedingt behaupten kann. Besser gelungen sind da die Flugsaurier und der Kampf zweier Riesenechsen. Für letzteren indes griff man schlicht auf echte lebende Warane zurück, hetzte sie zu einem tödlichen Kampf aufeinander und schnitt sie in Überlebensgröße in den Film. In Zeiten hervorragender Stop-Motion-Künstler wie Ray Harryhausen hinterlässt diese Herangehensweise einen faden Nachgeschmack, wenngleich die Bilder durchaus eine gewisse Faszination erzeugen. Für einige Szenen griff man auf Archivmaterial zurück, das sich recht gut in den Film einfügt.
Man muss Vogel wohl zugestehen, aus den zur Verfügung stehenden Mitteln das Maximum herausgeholt zu haben. So ist die Geschichte zwar relativ vorhersehbar, jedoch grundsätzlich recht ansehnlich und sorgfältig inszeniert worden. Einige spitzzüngige Dialoge (siehe Zitate), die u.a. auf damalige Geschlechterrollen anspielen, machen zusätzlich Laune und mit der Rolle der mitgereisten Margaret Hathaway (Shirley Patterson, „It! The Terror from Beyond Space“) gibt man sich vorsichtig emanzipiert, wenngleich diese vorrangig natürlich ins Drehbuch fand, damit unser Held für die obligatorische Romanze nicht auf die gleichgeschlechtliche Variante zurückgreifen würde müssen. Außerdem ist die Patterson optisch durchaus ein kleiner Leckerbissen, wenn sie ihre makellosen Beine zeigend durch den Urzeitdschungel klettert. Ansonsten ist es aber eher Henry Brandon, der schauspielerisch mit theatralischer Mimik heraussticht und einen Kontrast zu den übrigen Saubermännern setzt. Die Hauptrolle des leicht chauvinistischen, heldenhaften Commander Roberts wurde Joch Mahoney zuteil, einem gelernten Stuntman.
Fazit: Improvisierter, charmanter, wenig Science-Fiction-, eher Fantasy-lastiger Beitrag zum Thema „Mensch trifft Dinosaurier“ aus der zweiten Reihe, der passabel funktioniert, kurzweilig unterhält, über exotisches Flair verfügt und filmhistorisch sowie für Genre-Fans durchaus von Interesse sein dürfte.