Irgendwie sind die Stephen-King-Verfilmungen am besten, die keine Horrorfilme sind - Stand by me und Die Veurteilten stehen beide irgendwo in meier Top 25 (Die Verurteilten sogar in den Top Ten), und auch Misery ist ein unglaublich spannender Film, ohne Spukgestalten. Im Fahrwasser von Misery ist auch dieser Film entstanden, ebenfalls mit Kathy Bates in der Hauptrolle (die dann 2 Jahre später immer noch nicht unterzukriegen war und sogar "unsinkbar" wurde). Ein Psychodrama um eine Frau, die zum zweiten Mal wegen Mordes angeklagt werden soll. In mancherlei Hinsicht ist das der Film, der "Die Farbe Lila" gerne sein wollte. Dolores wird von ihrem Mann, der an der Flasche hängt, misshandelt, ihre Tochter liebt ihren Vater jedoch. Auch sie denkt, dass Dolores ihn ermordet, weshalb sie mit 16 das Haus verlässt und nie mehr zurückk kehrt. Jennifer Jason Leigh spielt Selena, die erwachsene Tochter, und ist der perfekte Gegenpart zu Kathy Bates. Beide liefern großartie schauspilerische Leistungen, die Szenen zwischen ihnen, in düsterem Blau gehalten, sind einfach nur fantastisch. Kathy Bates' verhärmter Mutter steht die verbitterte Selena gegenüber, auf dem Weg in die Alkohol- und Drogensucht, die in der Vergangenheit gefangen ist, in einem gordischen Knoten, der erst am Ende zerschnitten wird. Die Schlusszene, als sich Mutter und Tochter verabschieden, weil die Tochter in ihr Leben zurückkehrt, hat mir, aus persönlichen Gründen, fast das Herz gebrochen, auch wenn es ein positives Ende ist. Ein kraftvoller Film, der meine Eingangsbehauptung unterstützt.