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Nacho Cerdàs erster Film geht keine acht Minuten lang, doch reichen die knapp 8 Minuten aus, um eine tragische Story zu erzählen.


Irgendwo in den USA an einer Highschool. Der Lehrer (Nacho Cerdà) schreibt gerade noch was an die Tafel und verteilt danach bewertete Arbeiten. Ein Schüler kann seine Arbeit alles andere als gelungen betrachten, ein F (schlechteste Note im amerikanischen Schulsystem) krönt seine Leistung. Der Unterricht ist auch nicht aufregender, so nickt der Schüler kurz ein. Als er wieder erwacht, steht die Zeit still. Nur seine eigene Uhr läuft, die Schuluhr steht still.
Seine Mitschüler und der Lehrer sind wie zu Stein erstart, selbst aus dem Klassenraum kommt er nicht raus. Bis der Schüler die schreckliche Wahrheit findet...


Tja, gar nicht so einfach etwas zu einem knappen acht Minuten Stück zu schreiben, wenn der Film sogar noch ohne Dialoge auskommt. Den Zuschauer erwartet ein Film vollkommen ohne Dialoge. Nicht ein Wort geht über die Lippen der Akteure. Nur eine allumfassende Musik begleitet den Film.
Nacho Cerdàs Kurzfilm wurde noch in schwarz-weiß gedreht. Cerdà lässt den Zuschauer zunächst nicht begreifen, warum steht die Zeit still, warum kann der Junge nicht aus dem Raum? Nur eine surreale Musik begleitet den Zuschauer, oder das gewaltige Ticken einer Uhr, die wie Donnerschläge klingen. Aber es gibt eine Auflösung, die doch so einfach wie auch tragisch ist.

Kann man mehr bewerten? Es gibt keine Dialoge, die Schauspieler brauchen fast nichts zu machen, außer der junge Mann, der einfach durch den Raum läuft und nicht weiß, was überhaupt los ist. Trotzdem fasziniert der Film, vielleicht weil die Lösung so einfach ist, was mit dem Jungen Mann passiert ist und warum er nicht fliehen kann. Jedenfalls ein gelungenes Ende in meiner Sicht und der Auftakt für mich, sich weitere Filme noch Nacho Cerdà anzuschauen. Die werden dann aber wohl eine Ecke extremer und schwer verdaulicher.


Fazit: Gelungenes Kurzfilm-Debüt des Spaniers Cerdà. Mehr will ich eigentlich nicht verraten, die Auflösung, die vielleicht doch so naheliegend ist, sollte sich jeder selber anschauen.

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