Im Jahre 1162 ernennt der englische König Heinrich ll. seinen langjährigen Freund und Vertrauten Thomas Becket erst zum Lordkanzler und bald darauf zum Erzbischof von Canterbury (darauf Becket´s Reaktion: "Mein König ich bitte Euch, tut das nicht.....") Damit glaubt der Herrscher, die Machtposition der Kirche eindämmen und Becket für seine Zwecke instrumentalisieren zu können. Doch er irrt. Aus den beiden Männern werden erbitterte Feinde, denn Becket denkt nicht daran, nach des Königs Pfeife zu tanzen.
Da der Film auf tatsächlichen Ereignissen basiert, ist das Ende kein Geheimnis. Der Erzbischof wurde von königstreuen Schergen ermordet. Es soll jedoch nie einen offiziellen Auftrag zur Tötung des Oberhauptes der englischen Kirche gegeben haben. Angeblich hatte Heinrich ll, lediglich ausgerufen, man möge sich doch seiner erbarmen und ihn endlich von diesem lästigen Priester befreien......was einige Vasallen zum Anlass nahmen, dem verhassten Kirchenvertreter das Schwert in den Leib zu rammen.
"Becket" ist ein epochales Filmereignis für echte Cineasten. Geschliffen scharfe Dialoge und opulente Bilder sorgen für fast 3 Stunden kurzweilige und anspruchsvolle Unterhaltung. Peter O´Toole (Lawrence von Arabien) spielt hier eine seiner besten und ausdrucksstärksten Rollen. Richard Burton (Wer hat Angst vor Virginia Woolf, Die Wildgänse kommen) brilliert als Erzbischof von Canterbury in gewohnt überzeugender Darstellung. Der Film selbst - entstanden nach einem Bühnenstück von Jean Arnouilh - wurde 1964 und 1965 mit den wichtigsten Preisen ausgezeichnet. "Becket" erinnert sehr an diverse Theater-Dramen von William Shakespeare. Wer noch echtes Charakter-Kino zu schätzen weiß, sollte sich dieses Meisterwerk auf jeden Fall ansehen.