„Die rote Flut“ ist zwar etwas stumpfsinnige, aber dennoch unterhaltsame und gute gemachte 80er Jahre Action.
Schauplatz ist ein kleiner beschaulicher Ort in den Rocky Mountains. An sich ist es ein ganz normaler Morgen, doch urplötzlich landen Fallschirmspringer in der Stadt. Ehe die Bewohner begriffen haben was los ist, übernehmen die Fallschirmspringer schon die Stadt: Die sowjetische Invasion läuft. Der Beginn überrascht mit dem unvermittelten Einstieg und einer ordentlichen Ladung Geballer, die sehr gut unterhält.
Eine kleine Gruppe von Jugendlichen unter der Führung von Jed Eckert (Patrick Swayze) behält einen halbwegs klaren Kopf, stellt sich eine Überlebensausrüstung zusammen und flieht in die Berge. Mit der Jagd und mitgenommenen Vorräten können sie sich am Leben erhalten, während die Stadt unter russische Herrschaft gerät. Das Szenario ist beklemmend und recht gut erdacht, auch wenn die klar antirussischen Tendenzen von Reaktionär John Milius nicht ernst genommen werden sollte.
Doch die Gruppe, zu der auch noch zwei Mädchen gestoßen sind, bleibt nicht unentdeckt, als sie drei Russen in die Arme läuft. In der Verwirrung töten die Jugendlichen die Russen – woraufhin man in der Stadt ihre Eltern exekutiert. Die Jugendlichen beginnen von da an einen unerbittlichen Partisanenkrieg gegen die Besatzer...
Obwohl es in „Die rote Flut“ um eine Invasion der Russen geht, die zu Schlachten in Amerika führt, konzentriert sich der Film ausschließlich auf den kleinen Ort in den Rocky Mountains. Die politischen Botschaften des Films sollte man aber außer Acht lassen, da sie teilweise recht plump antirussisch sind. Ansonsten ist die Handlung aber durchaus für ein spannendes Was-wäre-wenn-Szenario gut und auch relativ spannend. Das Ende des Films ist überraschend dramatisch, auch wenn einige Figuren während des Films doch arge Klischeecharaktere sind. Zwischendurch kann allerdings auch die ein oder andere dramatische Szene überzeugen, z.B. die mit dem Verräter.
Die politischen Ideen hinter „Die rote Flut“ kann man zwar außer Acht lassen, aber eine große Schwäche ist nicht so leicht auszublenden: Gegen Ende geht dem Film einfach die Puste aus. Das Szenario wird kaum noch genutzt und der Partisanenkrieg wird nur noch auf kurze und recht zusammenhanglose Einzelabschnitte reduziert. Darunter leidet die Spannung, zumal die Action hier auch relativ dünn gesät ist.
Die Action bietet dann ordentliches Geballer mit allerlei Kriegsgerät, wenn man von den paar Jagdgewehren in der Anfangszeit mal absieht. Teilweise wirkt es natürlich etwas unfreiwillig komisch, wenn die tapferen US-Boys und –Girls am MG liegend zig Russen ausschalten, aber die Action an sich bietet keinen Anlass zur Klage. Die Schießereien sind zwar nicht so spektakulär wie John Woo und Co., aber überzeugen durch hohen Munitionsverbrauch. Nur im letzten Drittel könnte es etwas mehr Action geben.
Der Film ist relativ prominent besetzt und kann in frühen Rollen unter anderem Charlie Sheen, C. Thomas Howell und das „Dirty Dancing“ Team Patrick Swayze und Jennifer Grey aufbieten, die allesamt recht gut gegen die Klischees der Story anspielen. In Nebenrollen tauchen auch Powers Boothe und Harry Dean Stanton auf, die ebenso wie die anderen Nebendarsteller recht routiniert agieren, aber nicht gegen die Hauptdarsteller ankommen.
„Die rote Flut“ ist unterhaltsame 80er Jahre Action, die im letzten Drittel leider nachlässt, aber Spaß macht. Nur über die Ideologie des Films sollte man hinwegsehen.