„Crash & Byrnes“ ist eine ziemlich mäßige B-Actionkomödie, die leider nicht annähernd so schnittig daherkommt wie die titelgebenden Namen der Hauptcharaktere.
Da wäre als erstes der US-Agent Jack ’Crash’ Riley (Wolf Larson), der inzwischen fröhlich seinen frühen Ruhestand abfeiert. In selbigen trat er gezeichnet von dem dramatischen Verlust seines Partners, doch wie jeder zünftige Held der B-Klasse kommt er zurück als Pflicht ruft. Die rufende Kollegen ist zudem die Tochter des damals gemeuchelten Partners, was für Tiefgang sorgen könnte, doch daran darf bei „Crash & Byrnes“ noch nicht mal im Träume denken.
Potentieller Buddy für den kampfstarken Crash ist der englische Drogenfahnder Roman Byrnes (Gregg Ellis), der gerade in Seattle einen Ring von Rauschgifthändler aufmischen will. Schweigsame Verdächtige bekommen von ihm in die Fresse bis sie labern, was in der Realität zig Behördenchefs samt Amnesty International auf die Palme bringen würde, doch hier wird nur ob des Erfolges gejubelt. Denn hier heißt die Devise: Wenn schon flach, dann aber richtig.
Crashs Behörde zieht Byrnes heran, als ein von ihm verfolgter Drogenhändler Geschäfte mit der gefährlichen Terroristin Lisette (Joanna Pacula) macht. Die beiden verfolgen die Strolche dann und können sich natürlich nicht ausstehen, wie es sich für ein Buddy Movie gehört. Achja, eine große Verschwörung gibt es auch noch. Toll, was?
Ja, das von Hauptdarsteller Wolf Larson selbst verzapfte Script strotzt nicht unbedingt vor Originalität. Stattdessen wird hier geradlinig Altbekanntes aneinandergereiht, Verräter in den eigenen Reihen sowie Rettung vieler Menschenleben in letzter Sekunde inklusive. Leider lässt „Crash & Byrnes“ dabei gehörig Spannung missen, denn auch wenn man sich nie so wirklich langweilt, folgt man dem Plot bestenfalls mäßig interessiert – zumal man die meisten Wendungen eh schon lange im Voraus kennt.
Auch die Komik kann nur mäßig was reißen, denn so viele Lacher wie erhofft gibt es nicht. Immerhin gibt es ein paar coole Sprüche und Frechheiten, die zünden, doch auf jeden mehr oder minder amüsanten Gag kommen dann zwei Rohrkrepierer. Nervig ist auch die Tatsache, dass Larson Crash als überlegenen Partner schreibt, während Byrnes oft nur den leicht unfähigen Hampel abgeben darf. Das ist bald vorhersehbar und nimmt einigen Gags den Wind aus den Segeln.
Leider bringt die Action auch nur wenig Stimmung – was überraschenderweise an der Inszenierung liegt. Dabei hat es Regisseur Jon Hess an sich ja drauf, wie er mit seinem sehr gut gemachten „Excessive Force“ bewies. Doch hier verwendet er in nahezu jeder Actionszene einen unpassenden Zeitraffer, der allerdings nicht cool wirkt, sondern die Action fade und unspektakulär wirken lässt. Dabei können ein paar der Stunts schon überzeugen und die Menge der Kämpfe, Ballereien und Verfolgungsjagden ginge auch in Ordnung. Doch leider killt die Inszenierung oft jegliche Schauwerte.
Darstellerisch sieht die Chose auch nicht unbedingt rosig aus. Wolf Larson und Gregg Ellis sind eher mäßig talentiert, selbst für B-Verhältnisse, und das merkt man ihrem Spiel an. Joanna Pacula ist als Bösewicht an sich eine sichere Bank (siehe „Death before Dishonor“), doch auch sie spielt nur auf Sparflamme. Ähnlich mäßig ist der Rest der Darsteller.
Die Story ist wenig fesselnd, die Sprüche zünden nur zum kleinen Teil und die Action ist von der Menge her OK, aber schlampig inszeniert. Kurzum: „Crash & Byrnes“ ist Film der verschenkten Möglichkeiten, dabei kann Regisseur Jon Hess es deutlich besser. Doch das hier reicht nur zu 3,5 Sternen meinerseits.