„Planet der toten Seelen“ – ein Science-Fiction-Schnellschuss von US-Low-Budget-/B-Movie-Papst Roger Corman aus dem Jahre 1958. Die Menschheit sucht händeringend nach neuem Lebensraum im All, doch die Erkundungssatelliten werden in unschöner Regelmäßigkeit zerstört, Ursache unbekannt. Dann jedoch meldet sich eine außerirdische Lebensform zu Wort und erklärt, in jedem Falle zu verhindern, dass sich die selbstzerstörerische Plage der Menschheit auf weitere Planeten ausdehnt. Die Menschheit ignoriert diese Warnung und tritt ihren Weg ins Weltall an…
Der Film beginnt vielversprechend: In einem sehr gelungenen, geheimnisvollen Auftakt um einen „sich tot fühlenden“ heimgekehrten Astronauten, der einen mysteriösen Fund macht und anschließend Selbstmord begeht, entwickelt sich Dramatik und wird die Neugier des Zuschauers geweckt. Anschließend jedoch spielt sich in den typischen, engen Kulissen billiger 50er-Jahre-Autokino-Filme Cormans stark abstrahierte Handlung mit plakativer Holzhammer-Sozialkritik ab, die sich selbst relativ ernst nimmt, vom Rezipienten indes kaum derart ernst genommen werden kann. Einen Horroranteil gibt es praktisch überhaupt nicht und Spezialeffekte sind sehr rar gesät. Von den Außerirdischen bekommt man lediglich einen zu Gesicht und dieser hat sich schlicht der menschlichen Form eines getöteten Raumfahrers bedient. Masken- und Make-up-Arbeit ist also Fehlanzeige. Die Chose spielt sich lediglich auf der Erde und im Raumschiff ab, fantasievoll gestaltete Kulissen fremder Planeten bekommt man dementsprechend auch nicht zu Gesicht.
Eigentlich wäre „Planet der toten Seelen“ ein echter Schnarcher, wäre er nicht so wunderbar „chillig“, so einlullend in seiner Mischung aus dystopischer Stimmung und naiver Prä-Mondlandungs-Atmosphäre, dass sich der geneigte Freund der kostengünstig realisierten Filme jenes Genres jener Epoche sofort heimisch und pudelwohl fühlt. Erfreulich ist Cormans Anspruch an die Aussage seines Films; anders sähe das Ganze aus, hätte man einen kaltkriegerischen Propagandafilm für die vermeintliche Übermacht der USA gedreht. So aber ist „Planet der toten Seelen“ ein sympathisches und liebenswürdiges Zeitdokument, das ein Wiedersehen mit dem obligatorischen Dick Miller („Das Vermächtnis des Prof. Bondi“) erlaubt und zumindest dann Spannung entwickelt, wenn sich dem Zuschauer die Frage nach dem Finale und dessen Pointe stellt. Für diese setzte man leider inkonsequenterweise auf ein aufgesetzt-versöhnliches „Happy End“, statt sein Publikum durch das Aufzeigen von Grenzen im Technologisierungs- und Rüstungswettkampf zu provozieren und evtl. nachhaltiger herauszufordern. Schade um die vertane Chance.
Fazit: Unspektakulär, billig und inkonsequent – aber mit hohem Wohlfühlfaktor. So paradox das klingen mag.