I’ve got the Power! (But this movie don’t!)
Neue Runde, neues Unglück – ich versuche ja immer noch tapfer, die eine oder andere Perle im Dreck zu erwischen, doch vieles, was aus der VHS-Ära als vergessen abgestempelt wurde, ist meist aus Gründen nicht mehr im Fokus der Öffentlichkeit.
Das gilt auch für „The Power“ des dynamischen Regie-Duos Stephen Carpenter und Jeffrey Obrow, die als einzige ordentliche Fußnote anno 1987 den ebenfalls uneinheitlichen Monsterheuler „The Kindred“ aka „Anthony“ inszenierten. Später waren sie separat für so manche Gurke verantwortlich, aber „The Power“ legt noch mal 'ne Schippe drauf.
Alles beginnt noch gemütlich im Hörsaal, wo ein schnauzbärtiger Prof, den die Studis „lieben“, über Elementargeister referiert und auf eine Statue verweist, die die „wahre Macht“ besitzt. Das finden die Schnarchnasen natürlich joke-würdig, haben aber nicht auf dem Plan, dass der Professor zufällig besagte Statue tatsächlich besitzt, die einem mal flugs ein heftiges Nasenbluten an den Allerwertesten zaubern kann.
Doch nach dem folgenden „class dismissed“ schlagen die Kräften des Bösen unerbittlich zu und der Prof endet an einer Fahnenstange. Vorher hat er aber noch Besuch von einem moppeligen Kollegen gehabt, der ihn vor der Macht gewarnt hat – und kurz darauf fährt dieser ebenfalls von den Kräften Geplagte in ein obskures Reservat, wo offenbar (jetzt wird der Film langsam stabil unverständlich) die Statue verwahrt wird. Wenn sie denn da ist. Möglicherweise teleportiert sich das Teil durch die Gegend, aber das wird vorsichtshalber mal gar nicht beantwortet. Nun ist der Geschasste selbst gierig geworden, killt bald darauf den Verwahrer und seinen Sohnemann und muss ebenfalls übel büßen.
Ein weiterer flotter Schnitt und die Statue taucht nun ungeklärterweise im Besitz dreier High-Schooler auf, die damit aus ungeklärter Vorsicht zum nächsten Tabloid-Supermarktkassen-Magazin laufen und es einer Journalistin andienen. Die schreibt zwar tagtäglich nur ausgedachte Grütze, hat aber aus nebulösen Gründen keine Lust, diese Horrorstory auszuschlachten. Stattdessen nimmt sich ein Kollege namens Jerry der Recherche an.
Jerry ist nun der siebte vermeintliche Protagonist und dann endlich auch der, bei dem der Film hängen bleibt. In den folgenden knapp 60 Minuten verfällt nun auch er schlussendlich der Statue und entwickelt später einige interessante Gesichtsmutationen, während Frau Reporterin und die drei Fragezeichen aus Klasse 9 immer mal wieder vorbei schauen. Erstere ist aber weiter unlustig und die drei Detektive sind so uneffektiv und nicht-neugierig, dass der Film auf der Stelle tritt.
Das tut er aber unglaublich erfolgreich und Jerry darf uns die Ohren vollsülzen, während mal hier- und mal dorthin gefahren wird. Am Ende trifft man sich dann zum großen Showdown in der Journalistenbleibe.
Was bleibt, ist eine total zerfahrene Gurke von Film, bei der wieder mal bewiesen wurde, dass man einen Plan haben sollte, wenn man sich daran macht, eine Idee zu einem Drehbuch umzugestalten. Hatten die Regisseure aber offenbar nicht, weil sich der Plot als total verfranzt gestaltet und eigentlich nur Jerry-Darsteller Warren Lincoln Gelegenheit bietet, ordentlich vor sich hin zu chargieren.
In Sachen Effekte hat der Film zwar ein paar Pluspunkte gesammelt, was hauptsächlich der Gruppe Make-Up bei Deformationen geschuldet ist (es gibt auch Gore, aber wenig), aber das kann ein unterhaltungswilliges Publikum auch nur bedingt noch mal aus dem Schlummer reißen. Über dem Ende steht dann auch noch ein kleines Fragezeichen, aber immerhin brüskiert der Film nicht komplett die Zuschauer.
Alles in allem war der Film aber eine kleinskalige Produktion mit nur mäßigen Darstellern, die aus dem Potential leider nichts gemacht hat. Zumindest nichts Schlüssiges. (2/10)