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Um ordentlich Kohle an den Kinokassen zu machen, war bei "Never Die Alone" Regisseur Ernest R. Dickerson (Bulletproof - Kugelsicher) kein Gangsta-Klischee zu ausgelutscht, um es nicht noch mal durchzukauen: Knarren, Nutten, Drogen, ein Haufen Geld, Nutten und Knarren. Doch diese Klischees sind dem geneigten Film-Freund schon weitesgehend aus anderen Filmen bekannt und langsam gehen einem solche selbstgefälligen Schwarzen-Streifen auch mächtig auf den Sack. Und das spiegelte sich dann auch an der Kinokasse wieder, wo der erwartete Erfolg ausblieb.

Der Drogendealer King David (DMX) kehrt in seine Heimatstadt zurück, um reinen Tisch zu machen und seine Schulden bei Gangsterboss Moon zu begleichen. Doch es kommt anders, als erwartet. Bei der Geldübergabe wird King niedergestochen. Nachdem die Täter geflohen sind eilt der weiße Journalist Paul (David Arquette) zu King, um ihn ins Krankenhaus zu bringen. Kurz vor seinem Tod vererbt King dem Reporter noch mehrere selbst besprochene Tonbänder, auf der seine Geschichte erzählt wird...

Was will man schon von Rapper und Möchtegern-Filmstar DMX (Exit Wounds) Neues erwarten? Gewohnt großkotzig und selbstgefällig spult er seine Gangsta-Tour ab und wird im Film dann noch als Held glorifiziert. Doch ein Held ist er wahrlich nicht. Und David Arquette (Crime is King) kommt über eine bessere Nebenrolle auch nicht weiter hinaus. Er mimt den meistens sympatischen, aber dennoch erfolglosen Reporter. Doch wirklich hervorragend sind seine Auftritte noch lange nicht. Wenn man die beiden Namen DMX und Arquette in einem Atemzug nennt, könnte man eigentlich meinen, dass es sich bei "Never Die Alone" um einen lustigen Buddy-Movie handeln könnte. Leider weit gefehlt. Dass Regisseur Dickerson in diesem Genre einiges drauf hat, konnte er nämlich schon mit "Bulletproof - Kugelsicher" unter Beweiß stellen.

Die einzig positive Seite an "Never Die Alone" sind die netten und teilweise blutigen Shoot-Outs im Film. Hier wurde gute Arbeit geleistet. Das wars dann aber auch schon mit der guten Arbeit. Der Rest des Films wird langweilig und mit den bekannten Schwarzen- und Gangsta-Klischees gewürzt erzählt. Da haben wir zum einen den Gangsta-Obermacker mit einer Menge schießwütiger Handlanger und zum anderen den "Helden", der nach seiner Drogendealer-Laufbahn aussteigen will. Natürlich sehen alle Frauen wie Kopien aus dem Playboy-Magazin aus und sind auch megarattig sowie drogenabhängig. So poppt unser "Held" eine Bitch nach der anderen durch, nur um sie dann auf Droge zu setzen, damit sie ihm ja nicht weglaufen. Im Nachhinein will er dann einem vorgaukeln, dass er das alles so nicht gewollt hätte. Sicher doch! Nebenbei wird noch ein wenig über Drogen philosophiert und man bekommt Einblicke in Pauls Leben, der es lieber vorzieht, in einem versifften Ghetto-Apartment zu hausen, statt es sich bei seiner schwarzen Bitch gemütlich zu machen.

Ein humorvoller Buddy-Movie mit DMX und Arquette wäre mir um einiges lieber gewesen, als so ein Schundfilm aus der Klischeekiste.

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