Das ist kein Tarantino-Film - Das ist das wahre Leben!
Tja, auch die kaltblütigsten und coolsten Ganoven müssen Mal ins Gras beissen. Auch King David (DMX) ergeht es nach seiner Rückkehr von L.A. in seine Heimatstadt New York nicht anders. Er will seine Schulden bei Moon zurückzahlen, doch bei der Übergabe kommt es anders als geplant, denn einer der Boten von Moon hat absolut was gegen ihn. Noch kurz vor seinem Tod versucht ihn ein weißer Autor namens Paul (David Arquette) zu retten, der in King David die perfekte Figur für sein Buch findet. Netterweise hinterlässt ihm der King ein Tagebuch in Form von Audiokassetten, doch Paul ahnt nicht das damit die eigentlichen Probleme erst beginnen...
Die Story ist recht gut aufgearbeitet worden, es geht hart, derbe und grausam her...Real Life in Ghettogegenden und Drogenmillieus, wo man seine Zeit nie verbringen möchte.
Aber der Film ist aber keine Ghettostudie, sondern ein düsterer Thriller mit einigen Shootouts, was Actionfans freuen dürfte.
Es wird drastisch gezeigt wie sich ein Mensch durch Drogennutzung verändert, wie beschissen es ihm danach geht und wie sehr das der Dealer auch ausnutzt. Die anfängliche Sympathie zu King David wird sich schnell ändern, denn nach und nach erfährt man, was für ein Mensch er wirklich ist - selbstverliebt und rücksichtslos, nur seinen eigenen Wohlstand als Ziel. Er jubelt seinen Freundinnen Heroin als Koks unter, um sie von ihm abhängig zu machen. Wie gesagt, das wahre Leben ist hart und nur wer härter als die Anderen ist, überlebt.
Filme über die Probleme der schwarzen Bevölkerung haben oftmals auch nur schwarze Darsteller als Hauptfiguren, Weiße spielen da allenfalls mehr oder wenig unbedeutende Nebenrollen. Doch "Never Die Alone" geht hier einen anderen Weg, denn hier ist ein weißer Mann zweiter Hauptdarsteller. Somit nimmt dieser Film in diesem Genre schonmal eine kleine Sonderstellung ein.
Aber auch bei der Kameraoptik versucht man einen anderen Weg zu gehen, das "Strassenfeeling" realitätsnah einzufangen, was man durchaus als gelungen bezeichnen darf. Regisseur Ernest Dickerson (u.a. "Surviving the Game", "Ritter der Dämonen") beweist einmal mehr, das er sein Fach beherrscht.
Sicherlich wird dieser Film keine Massen begeistern, dafür ist er zu speziell und zu drastisch, aber wer sich darauf einlässt, erhält einen Einblick in das, was eigentlich niemand erleben möchte. Gewaltspiralen und Scheinwelten durch Drogenmissbrauch, die harte Realität in Großstädten.
Und es kann jeden treffen....
7 von 10 Punkten.