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Never Die Alone

So betitelt Journalist Paul seine Story über seine verhängnisvolle Begegnung mit dem Gangster King David. Eine Begegnung mit Folgen. Paul bringt David schwer verletzt ins Krankenhaus. Dort erliegt er seinen schweren Verwundungen. Und hinterlässt Paul sein Auto samt Inhalt. Dort befinden sich auch ein paar Tonbänder, die Paul einiges über Davids Karriere als Gangster erzählen. Ein so vernünftiger Mann, wie Paul es immer dachte, war David nämlich nicht...

Knarren, fette Schlitten, Nutten und Koks. Es wurde aber auch wirklich um kein Klischee einen Bogen gemacht. Und wie es dann auch für die meisten Gangsterfilme üblich ist, kommt die Logik oder nur ein Ansatz von Tiefgang viel zu kurz. Paul weiß zwar, dass David ein Gangster ist und fährt diesen angeschossen, in dessen eigenem Wagen, ins Krankenhaus, behält danach jedoch, auch wenn es ihm testamentarisch zusteht, das Auto. Dass Mike, der samt seines Kumpels Blue, möglicherweise hinter dem Wagen her sein könnte, da er David eh schon umlegen wollte, das ist natürlich etwas Anderes. Oder da erzählt Paul seiner Freundin, David sei ein vernünftiger Kerl gewesen. Woher bitte weiß er das denn? Weil er ihn, mit einer Kugel versehen worden, in der Gosse aufgesammelt und ins Krankenhaus gebracht hat? Der muss ja schwer in Ordnung sein, dieser David. Deutet ja alles darauf hin.

Die Tonbänder belehren Paul dann eines Besseren. Davids Leben wurde von Frauen, seiner Karre und harten Drogen bestimmt. Er machte sich einen Ruf als Drogendealer, Drogen, die er seinem Boss Moon abgeknüpft hat. Die Frauen, die er sich immer angelt, haben die Weisheit alle mit dem Löffel gefressen. Da wäre dieser Baywatch-Verschnitt, die völlig zugekokst am Set rumsteuert. Was heißt zugekokst, sie weiß ja nicht, dass es ja eigentlich Heroin ist, was sie da die ganze Zeit reinsnifft. Die nächste, die laut David ja "toll anzusehen, intelligent und schlagfertig" ist, macht es keinen Deut besser. Von den Eigenschaften, die er genannt hat, ist allerhöchstens Erstere auch wirklich zutreffend, und auch über das lässt sich streiten. Von Intelligenz jedoch ist nicht viel zu sehen, so schnell wie die sich von ihrer Karriere als Studentin bis hin zum völligen Drogenwrack begibt.

Und auch über Leichen zu gehen, macht David nichts aus, wie man dann nach und nach erfährt. Das macht den lieben Paul ganz schön sprachlos. Zwischen den Rückblenden in Davids Leben sieht man entweder den verplanten Mike irgendwo in der Gegend rumsteuern, Paul mit seiner Freundin streiten oder wie Moon erschossen wird. Mehr gibt es eigentlich auch nicht zu erzählen.

Die ganz ansehnliche Optik von Ex-Kamermann Ernest Dickerson und der doch ganz kurzweilige Ablauf des Films bewahren "Never die alone" vor einer völligen Blamage. Sehenswert ist er jedoch nicht. Da will er einfach zu cool sein und setzt auf massenweise Szenen, in denen die political correctness ganz schön missachtet wird. Es ist ja nicht so, dass ich was gegen political incorrectness in Filmen hätte, doch hier ist sie so gezwungen aufgesetzt und völlig gekünstelt.

4/10 Punkte

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