Karma, Bitch!
Die Zusammenarbeit und Erfolge mit Aaliyah, Jet Li, Seagal und Co. plus seine musikalische Hochzeit scheinen DMX nicht gut getan zu haben - denn mit „Never Die Alone“ stellt er sich in den Mittelpunkt und scheitert damit auf fast allen Ebenen… Erzählt wird mehr oder weniger vom Sterbebett in Rückblicken von einem Gangster und Drogendealer mitsamt seiner schäbigen Vergangenheit, seinen Spielgefährtinnen und Sünden…
Größenwahn ist keine Tugend
Ich muss zugeben, dass ich „Romeo Must Die“, „Exit Wounds“ und Co. damals extrem gerne geguckt habe und noch immer ganz solide finde. Wenn man sie nicht zu ernst nimmt. Aber eher trotz DMX als durch ihn. „Never Die Alone“ hat kaum noch etwas von deren Fun und Augenzwinkern, deren Action und deren Schwung. Nur noch DMX, lächerliche Phrasen als ob er gerade das Intro zu seinem nächsten Album eingesprochen hätte, deprimierende Brauntöne und deftige Kills - was zu einem undefinierbaren und langweiligen Crime-Blaxploitation-Abfallprodukt führt, das ich kaum bis gar nicht gutheißen kann. Ein kleiner Twist am Ende lässt die Geschichte zumindest rund erscheinen. Ein paar Morde und Drogeneskapaden sind zumindest ansatzweise garstig und fies. Doch ansonsten ist das für mich weit unter Stangenware und ein nahezu vollumfänglicher Fehlschlag. Redundant. Hässlich. Chaotisch gefilmt und geschnitten. Selbst DMX' Musik kommt nicht gut weg und wird schwach bis gar nicht eingebaut. Dass er fast zwanzig Jahre später selbst an einer Überdosis sterben sollte, scheint ironisch. Hilft der Filmqualität aber null. „Never Die Alone“ hat mich ausgelaugt und ist ein quälend inkompetenter Film. Kein ruhmreicher Nachfahre oder Vertreter des Blacksploitation-Subgenres. Und vor allem nachhallende Abschreckung, dass sich die meisten Rapper bitte nicht zu Schauspielern hochstilisieren sollten.
X Is Not Gonna Give It To Ya!
Fazit: nimmt sich höllisch ernst - kann aber fast nichts… „Never Die Alone“ ist ein bescheuertes, verirrtes und klischeehaftes Vanity Projekt von DMX, der mit dieser Spielzeit und der Hauptrolle einfach null anfangen kann. Ein Jahrzehnt zu spät. Kalendersprüche und Kopfschüsse. 2004 war Blacksploitation auch nicht mehr das, was es einmal war… Eine ganz schäbige Gangstergurke - und nicht die der befriedigenden Art!