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Jaaa! Da könnten eigentlich alte Erinnerungen an damals, als man noch ein so genanntes "Splatter-Kiddie" war und Filme wie "Braindead" für das Beste hielt, was es in der Filmwelt überhaupt gibt, hochkommen. So oder so ähnlich dachten wohl einige (auch ich), als ihnen in der Videothek der Film "Mucha Sangre" in die Hände viel, welcher eine trashige und wilde Mischung aus Slapstick-Comedy und Splattermovie sein soll, mit Gore-Effekten bis zum Abwinken. Und dazu noch Spaniens Horror-Ikone Paul Nashy, in einer angeblich mutigen Rolle als Alien, welches sich per Geschlechtsverkehr mit Männern weiter vermehren soll(!). Doch im Nachhinein war außer höllischen Kopfschmerzen nicht viel zu spüren, wenn auch mit blutigen Pausen dazwischen.

"Mucha Sangre" hat eine Story zu bieten, die verrückter und hohler kaum sein könnte und damit eigentlich ideal zum Trash-Genre passt. Hier werden Verrücktheiten ausgegraben, die auf keine Kuhhaut gehen, hier werden Fantasien ausgelebt, die sich wohl nur die krankensten Gehirne ausdenken können. Doch leider sind die hier vorhanden Blödheiten meist nur bedingt witzig und nach spätestens 30 Minuten tut einem nur noch der Schädel weh, von all dem geistigen, wenn auch schrägen, Dünnpfiff, der einem hier serviert wird. Von der höllischen Unlogik des Ganzen, die einem aber Genre-bedingt natürlich kaum stört, mal ganz zu schweigen.

Die hier vorhandenen Gags schwanken dabei doch ziemlich stark zwischen 5-10 Brüllern und mindestens 10 mal so vielen Blindgängern. Die Dialoge wirken an den Haaren herbeigezogen und nur schluderisch ins Drehbuch geschrieben. Von gutem Dialogwitz ist da nichts zu spüren.

Einzig und allein die Splattereffekte können sich wirklich sehen lassen. Ordentlich und höllisch blutig in Szene gesetzt, machen diese Szenen dann doch, auf eine perverse Art und Weise, Laune. Vor allem die Szene, in der einer der Verbrecher, seinem, mittlerweile zum Monster mutierten, Kumpel, ununterbrochen die Gliedmaßen absebelt und diese dann in Sekundenschnelle wieder nachwachsen, macht sich Splattervergnügen breit. Allerdings kommen solche Szenen dann doch verhältnismäßig selten vor. Meist wird eher auf stupide Ballerorgien gesetzt, die zudem noch grottenschlecht choreographiert worden. Hier hätte dann doch noch etwas mehr drin sein dürfen!

Was die Inszenierung und die Darsteller betrifft, so hält sich natürlich alles auf typischen Trashniveau. Vor allem die Darsteller sind wirklich höllisch schlecht. Selbst Paul Nashy, der ja eigentlich eine Ikone des Horrors ist, hat schon vieles gebracht, was als wesentlich besser einzustufen ist. Wenigstens von ihm, hätte man so etwas wie Talent, im Umgang mit seiner Rolle, erwarten dürfen. Aber damit ist es wohl, ein für alle mal, vorbei!

Fazit: Höllisch durchgeknalltes Splatter-Slapstick-Spektakel, dass sich aber einzig und allein durch seine drastischen und gut in Szene gesetzten Splatter-Effekte über Wasser halten kann, von denen es aber ruhig noch ein paar mehr hätte geben können. Ansonsten gibt es eigentlich nur massig schlechte Ideen, viel zu viele bescheuerte Witzchen und eine unter aller Sau agierende Darstellercrew zu besichtigen. Trash halt, den man aber, selbst als Genre-Fan, ruhig verpassen darf!

Wertung: 3,5+/10 Punkte

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