In einem schönen Badeort Spaniens geht ein Meteorit vom Himmel runter, macht aber nix sagt die Regierung. Erst Jahre später vermutet die Presse doch ein Ufo, als reihenweise Mädchen verschwinden. Davon unberührt fühlen sich zwei Kleinganoven, die gerade aus dem Knast ausbrechen, sowie deren Kollegen oder auch die Konkurrenz und einige andere Figuren, die einem erstmal spanisch vorkommen. Ähnlich wie bei Alex de la Iglesias Filmen beginnt die Story mit überzogenem, teils klamaukigem Humor. Bevor es jedoch phantastisch zugeht, bekriegen sich die verfeindeten Gangster mit ganz irdischen Shootouts, während sich im Hintergrund Schweinerock mit Billigtechno abwechselt, der ganze Soundtrack ist sowieso unerträglich. Zu den beiden etwas paddeligen Hauptprotagonisten verirrt sich noch die abgehalfterte Isabel de Toro als Sexsymbol Iciar, da weiß Paul Naschy als analfixierter Gangsterboss mit Zopf schon besser zu gefallen. Running Gags wie einen Polizisten, der immer wieder mit Fäkalien im Gesicht die Szenen verlässt, sollte man in dieser platten Trashkomödie mögen, sonst wird das schnell unangenehm albern. Erst als einer der Ganoven zu einer Art Zombie mutiert fließt mächtig viel Blut und die Story gewinnt an schrägem Charakter. Dabei trägt „Mucha Sangre“ sicher seinen Namen zu Recht, nur ist etwas unverständlich, wenn schon die Kettensäge zum Einsatz kommt, warum immer und immer wieder die beiden selben Unterschenkel durch den Raum fliegen. Nun gut, trotzdem kann man dieses kleine Filmchen als Funsplatter bezeichnen, bei dem das Drehbuch mittelschwer durchgeknallt ist, nur leider die Gags nicht immer zünden. Typisch südeuropäischer Oberflächenbeschuss der Lachmuskeln ist angesagt, mit viel Ballerei gibt es dafür ein etwas anderes Setting, betrachtet man im Vergleich diverse andere, zur Zeit so beliebte Zombiekomödien. Dem immensen Blutgehalt kommt dabei die Regenerationsfähigkeit der Aliens ganz recht, da man die Darsteller somit gleich mehrfach umnieten kann. Ebenso unterhaltsam sind natürlich einige Verweise, eben noch „Mission Impossible“ und kurz danach schon Krümel und Grobi als Obermotze der extraterrestrischen Verschwörung. Als kleiner „From Dusk Till Dawn“-Verschnitt für zwischendurch ist das noch erträglich, der vermeintlich große Abräumer des Fantasy Film Festivals garantiert nicht.
Fazit: Sehr professionell wirkende Indiependent-Produktion in effekthascherischer, witzig bis alberner Aufmachung. Spanischer Splatstick mit wenig Verstand. 4/10 Punkten