Gelungener, aufwendiger Abenteurkriegsfilm, der angenehmerweise auf diesen schmierigen Patriotismus, den die Amerikaner momentan in ihren Produktionen unterbringen, verzichtet. Der Film ist ein Kriegsfilm wie aus den 60 oder 70er Jahren, im Vordergrund stehen die Geschichte, Charakterporträts und Action. Die Bilder sind wirklich gigantisch, genauso stelle ich mir diesen Krieg vor, allerdings geht von diesen Bilder auch eine gefährliche Abenteurfaszination aus. Fast schon apokalyptisch wirken die Bilder der Ruinenstadt und der Kämpfe in ihr. Der ganze Film und das finde ich besonders gut, wirkt wie ein verfilmtes Landserheftchen. Ein bischen pulpig, aber ok, das müssen gute Geschichten auch sein. Das der Film bei unseren braven Promis (Iris Berben war schockiert) nicht ankahm, war ja klar, Kriegsfilme sollte man eben nur gucken, wenn man Eier in der Hose hat.
Besonders die Kameraarbeit muß auch gelobt werden. Hier wurde ein gesundes Maß an Ästhetik und Schmutz gefunden, wirklich sehr ansprechend, eine europäische Großproduktion. Ein bisschen wie Asterix und Cleopatra in der Hölle! Der Film strahlt diese europäische Intelligenz und Leidenschaft aus, die amerikanischen Produktionen leider abgeht. Vielleicht liegt das auch daran, weil wir den Krieg auf unserem Grund hatten. Jedenfalls ein ziemlich guter Film, der witzigerweise die Russen sehr sympathisch zeichnet, könnte fast ein russischer Propagandafilm sein. Gegen Ende hängt der Film ein bisschen, weil er für die Liebesgeschichte anhält und vor dem Showdown erstmal geredet werden muß, über was weiß ich nicht, da ich da vorgespult habe. Aber es war wohl nichts wichtiges, da ich das Ende auch so verstanden habe. Übrigens schön mal wieder deutsche Schauspieler in so einer Großproduktion zu sehen. Eva Mattes spielt toll und gegen Ende berührt der Film wirklich sehr. Als der zweite Weltkrieg gibt schon tolle Geschichten her...