Review

Sierra (1950) von Alfred E. Green

Ja genau, Alfred E. Green - nicht Alfred E. Neumann! ^^

...Ring Hassard (Audie Murphy) wohnt mit seinem Vater Jeff (Dean Jagger) allein und versteckt in den Bergen, weil letzterer zu Unrecht wegen eines Mordes gesucht wird. Dort leben sie vom Fangen und Einreiten wilder Pferde. Eines Tages aber stürzt Jeff unglücklich von einem dieser Pferde und verletzt sich schwer. Ring versucht nun, auf Anraten eines alten Freundes seines Vaters einen Arzt aufzutreiben und will das Honorar mit ein paar Pferden bezahlen. Unterwegs werden die Pferde jedoch von dem Schurken Matt Rango (Richard Rober) und seiner Bande gestohlen. Ring versucht verzweifelt die Tiere wiederzubekommen und der Arzt will dem alten Jeff helfen, allerdings muss er auch dem Sheriff verraten, wo sich Jeff aufhält! Wie kommen die Hassards aus dieser Klemme wieder heraus und wie können die Gesetzeshüter von Jeffs Unschuld überzeugt werden?

Puuuh - ohne jetzt den Audie-Murphy-Fans unter euch auf den Schlips treten zu wollen, aber das ist mit Abstand der übelste Western mit ihm, den ich bisher gesehen habe! Es dauert etwa eine halbe Stunde, bis die eigentliche Haupthandlung feststeht! Eine zusätzliche Bremse ist zudem noch Riley Martin (Wanda Hendrix), die mit ihren üppigen Kurven - nein wollte sagen Dialogen, den Streifen erst so richtig zäh werden lässt. Hinzu kommen noch einige müde Gesangseinlagen von Lonesome (Burl Ives) und spätestens in der Gerichtsverhandlung stellt sich dieser Film dann als reinste Schlaftablette heraus! Aber immerhin - die Zeit läuft und im Schlussakt wartet dann noch ein bisschen Action auf die wachgebliebenen Zuschauer. Nein, keine spannende(n) Schießerei(en) - hier fallen praktisch nur Warnschüsse! :(

Für mein vernichtendes Urteil von 2 Punkten nenne ich folg. Gründe:
- Audie Murphy ist nicht gerade einer meiner Favoriten, doch ich habe ihn als soliden Darsteller in vielen guten Western schätzen gelernt. Auch wirkt er aufgrund seines bübchenhaften Aussehens nur für gewisse Rollen glaubwürdig, aber so Charaktere braucht man ja auch. Hier - in einer seiner ersten Rollen - gibt er ein Paradebeispiel für seine typischen, emotionslosen Gesichtsausdrücke ab. Ich meine kein einziges Mal eine Falte in seinem Gesicht gesehen zu haben, weil er es einfach nicht bewegte! Nur Lippen und Augendeckel scheinen zu leben! Und auch schon hier mimte der den Gerechtigkeitsfanatiker, der lieber alles mit dem Mundwerk regelt, manchmal auch mit den Fäusten, als seinen Colt zu benutzen.
- Zwischen der hübschen und gut gebauten Riley und dem wortkargen Ring entspinnt sich eine Romanze, die auch wie schon gesagt den Film dann endgültig zum "Laberwestern" ausufern lässt.
- Tony Curtis? Hat der auch mitgespielt? ^^ Ja, war aber so unbedeutend wie der Film.
- Über die Filmmusik möchte ich besser keinen Kommentar abgeben.
- Tja, und die Story war für meinen Geschmack viel zu fad und leider auch mit Action unterversorgt.

2 Punkte - einmal für die teils schönen Landschaftsaufnahmen und den Anblick von einer Herde Wildpferde. Sowie (wenn ich es richtig heraus gehört habe) die dt. Synchronstimme von Fritz Tillmann, der damit den Charakter "Matt Rango" ausstattete. Das erinnerte an spannende Western mit ausgekochten Bösewichten wie bspw. Lyle Bettger und gab auch ein wenig Hoffnung, während den gähnend-langen 81 Minuten...

Ich persönlich habe nun die nötige "Bettschwere", aber - die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und es gibt sicherlich auch Liebhaber dieses Films! ;)

Denen wünsche ich selbstverständlich viel Spaß und gute Unterhaltung! ;)

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