Du meine Güte… was für ein Schmachtfetzen… OK, bereits zu Beginn des Films muss dem Zuschauer klar sein, worauf er sich einlässt. Auf eine Liebesgeschichte… eine Liebesgeschichte, die wir schon hundertfach aufgewärmt gesehen haben und hier auch wieder in einer neuen Variation vorgesetzt bekommen.
Noah und Allie verbringen ihren Lebensabend in einem Altersheim. Hier hat es sich Noah zur Aufgabe gemacht, der demenzkranken Allie Tag für Tag ein und dieselbe Geschichte vorzulesen. Die Geschichte ihres gemeinsamen Lebens.
Mehr muss man zum Inhalt nicht wissen, es erschließt sich bereits jetzt, welchen Verlauf die Geschichte nimmt. Langgezogene Rückblenden in das Leben des jungen Noah und der jungen Allison erzählen dem Zuschauer die Geschichte des kennen und lieben Lernens der beiden, weisen dramatische Wendungen in ihrer Liebe auf, bringen den Zuschauer im einen Moment zum Lachen und im anderen Moment schon fast zum Weinen, ja, sind einfach nett anzuschauen. Das ganze funktioniert eine Weile wirklich ganz gut, und so beginnt man, die beiden Hauptdarsteller zu mögen, versetzt sich in deren Lage und fiebert förmlich mit, ob die beiden den Weg zueinander wieder finden oder nicht. Die gelegentlichen Sprünge in die gegenwärtige Situation von Noah und Allie werden in einigen Fällen sogar als geschicktes Instrument aufgegriffen, versteckte Hinweise auf das finale Schicksal der beiden Liebenden zu streuen. Romantischer Kitsch hin oder her, „Wie ein einziger Tag“ wirkt auf den ersten Blick wirklich durchgehend positiv. Kratzt man nicht zu sehr an der Oberfläche, denkt man nicht zu sehr über die Hintergründe nach, so kann man wirklich Gefallen an diesem Liebesdrama finden. Begeht man jedoch den angesprochenen „Fehler“, tiefer zu blicken, so muss man zum Urteil kommen, dass „Wie ein einziger Tag“ über weite Passagen schlecht durchdacht ist, Lücken in der Handlung und auch den einen oder anderen logischen Fehler aufweist. Nebenpersonen wurden eingeführt, um dann schnell wieder in Vergessenheit zu geraten; Nebenhandlungen, die zwar sicherlich für die Entwicklung einer Liebesgeschichte nicht sonderlich wichtig erscheinen, wurden zwar begonnen, jedoch nur in den seltensten Fällen zu Ende gebracht bzw. zu Ende gedacht. Und auch die entscheidende, die essentielle Frage, die dieser Film während des Aufbaus des Spannungsbogen aufwirft, wird im einen Moment so beantwortet, um in einem anderen Moment wieder gegenteilig aufgelöst zu werden. Ist das jetzt eine geschickte Taktik, um den Zuschauer zu verwirren und ihn dazu zu zwingen, sich seine eigene Antwort herbeizuführen; oder ist das einfach eine der Unzulänglichkeiten, die das Script mit sich bringt? Ich bin wirklich versucht, Antwortmöglichkeit Nr. 2 zu nehmen.
Abschließend kann damit nur ein Urteil gefällt werden: Mittelmaß; so leid es mir tut. Denn oberflächlich gesehen, ist „Wie ein einziger Tag“ eine wirklich sehr gelungene Hommage an die Liebe, der ich gerne eine hohe Punktzahl gegeben hätte; aber der Blick unter die Bettdecke dieser Lovestory offenbart einfach zu offensichtlich, dass hier sehr viel versucht und nahezu ebensoviel nicht gekonnt wurde. Daher „nur“ 5,5 von 10 Punkten und die dazu vielleicht etwas widersprüchlich erscheinende Empfehlungen, sich diesen Film nichtsdestotrotz anzuschauen!