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Ryan Gosling spielt einen jungen Arbeiter, der sich auf einem Jahrmarkt in ein Mädchen aus gutem Hause, gespielt von Rachel McAdams, verliebt. Die beiden verbringen den gesamten Sommer gemeinsam, bis Gosling schließlich in den Krieg zieht und McAdams auf ein College geht. Einige Jahre vergehen, bis sich die beiden schließlich wieder sehen und sich McAdams zwischen ihrem jetzigen Verlobten und ihrer ersten Liebe entscheiden muss.

"Wie ein einziger Tag" ist endlich noch einmal ein gelungener Film zum schmachten, der über die volle Laufzeit den schmalen Grat zwischen Kitsch und gelungenem Gefühlskino gemeistert bekommt. An der teilweise überemotionalen Inszenierung kann es definitiv nicht liegen und an der, voll auf Wohlfühlfilm getrimmten Story ebenso wenig, es sind also die guten Darsteller, die echte Gefühle vermitteln und damit verhindern, dass der Film in den Kitsch verfällt und im Wesentlichen sind es natürlich die beiden überaus charmanten und liebenswerten Hauptdarsteller, die den Film retten und Gefühlskino der besten Sorte garantieren. Ryan Gosling, der sowohl in seinen Filmen, als auch außerhalb der Studios als Frauenheld gilt und vor allem durch "Mord nach Plan" in Erscheinung treten konnte, zeigt die bis dato beste Leistung seiner Karriere und spielt den jungen Arbeiter, der blind vor Liebe durch die Welt geht hervorragend und vermittelt von Anfang an ein Gefühl der tiefen Sehnsucht, wie es nur wenige Darsteller auf die Reihe bekommen. Rachel McAdams spielt ähnlich intensiv und ist mit ihrem umwerfenden Lächeln und ihrer sympathischen Art einfach zauberhaft. Sie vermittelt echte Gefühle und das ist bei diesem überaus gefühlsbetonten Film eine überaus achtenswerte Leistung. Gegen diese beiden sehen sogar Richard Gere und Julia Roberts oder Kevin Costner und Whitney Houston alt aus und, dass es die beiden wirklich ernst meinen, zeigt, dass sie auch im wirklichen Leben bis 2007 liiert waren. James Garner, der sich vor allem mit Komödien wie "Space Cowboys", "Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe" und "Maverick" einen Namen machen konnte, überzeugt ebenfalls mit einer sehr emotionalen Darstellung und zuletzt wäre noch die Leistung von Joan Allen als strenge und besorgte Mutter, erwähnenswert. Der übrige Cast ist ebenfalls gut, wobei mir James Mardsen ein bisschen zu schleimig spielt.

Nicholas Sparks ist mittlerweile ein wahrer Experte für Gefühlskino und bei "Wie ein einziger Tag" lässt er all seine Erfahrung spielen und liefert eine ordentliche Inszenierung ab. Mit gefühlvoller und melancholischer Musik und seinen beiden brillierenden Hauptdarstellern kann er mit Leichtigkeit eine behagliche Atmosphäre aufbauen, die er über weite Strecken auch halten kann. Die Geschichte der beiden wird vom Erzähler, gespielt von James Garner, mit mehreren Rückblenden erzählt, dadurch ist der Film meiner Meinung nach aber ein bisschen zu zerfahren und wird stellenweise ausgebremst. Außerdem hätte man besser mit der Sequenz, in der sich Gosling und McAdams schließlich in die Arme fallen den Film beendet, denn die letzte Viertelstunde, in Garner und seine Frau gezeigt werden, macht das lang und aufwendig aufgebaute Wohlgefühl im Zuschauer wieder zunichte, was man dramaturgisch kaum schlechter hätte machen können. Die Kulisse ist traumhaft, es gibt einen Hauch von Erotik und die eine oder andere amüsante Stelle und damit ist "Wie ein einziger Tag" alles in allem gelungenes Unterhaltungskino.

Die Story ist wie bei den meisten dieser Schmacht-Filme eher dünn, hat aber genügend Wendungen, um die Laufzeit ordentlich zu füllen, auch wenn einige davon, wenn nicht alle, ziemlich leicht vorherzusehen sind. Niemand dürfte sonderlich überrascht darüber sein, dass die beiden schließlich doch noch ihr Glück finden, oder dass es sich bei dem Erzähler um den gealterten Gosling handelt. Die Charakterkonstruktion und die sozialen Unterschiede der Hauptfiguren wirken aufgesetzt und entsprechen voll und ganz dem Klischee, genauso wie die beiden reichen Eltern, die nicht möchten, dass Töchterchen einen Arbeiter heiratet und dem Verlobten, der unheimlich reich und schleimig ist.

Fazit:
Mit zwei hervorragenden, charmanten und sympathischen Hauptdarstellern, einer ordentlichen Inszenierung mit einer wohligen Atmosphäre und einer traumhaften Kulisse ist "Wie ein einziger Tag" einer der besten Schmacht-Filme seit langem, bei dem lediglich die klischeehafte Story und der dramaturgisch ungeschickte Erzählstil stören. Für Fans des Genres ein Genuss.

71%

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