„Die Kadetten von Bunker Hill“ ist ein spannender Militärfilm, der ohne große Schauwerte auskommt.
Bunker Hill ist eine Akademie, die Jungen schon im frühesten Alter militärisch drillt, damit sie später zu Offizieren werden können. Geleitet wird die Hütte von General Harlan Bache (George C. Scott), einem alten Veteran, der früher selbst in Bunker Hill ausgebildet wurde. Da derartige Institutionen den meisten Zuschauern fremd sind, nimmt sich „Die Kadetten von Bunker Hill“ viel Zeit, um dem Zuschauer das Leben in der Akademie, das irgendwo zwischen College und Kaserne liegt, nahe zu bringen.
Bald kristallisieren sich auch die wichtigsten Kadetten aus dem Haufen heraus. Da wäre zum einen David Shawn (Tom Cruise), ein klarer Militarist, der Disziplin über alles schätzt und ständig den harten Mann rauskehrt. Deshalb gibt es immer mal wieder Spannungen zwischen ihm und Alex Dwyer (Sean Penn), der die Ausbildung eher locker sieht und auch mal hinterfragt. Sein Zimmernachbar ist Brian Moreland (Timothy Hutton), der aufgrund von Fleiß und Ehrgeiz zum Kadettenmajor befördert wird.
Doch dann beschließen die Eigentümer Bunker Hill zu schließen, um die Akademie abzureißen und Wohnungen dort bauen. Bache will sich dagegen wehren, wird jedoch nach einem tragischen Zwischenfall ins Gefängnis gesteckt. Da ergreift Moreland die Initiative: Zusammen mit den andern Kadetten sichert er das Waffenarsenal, besetzt die Akademie und will so gegen die Schließung vorgehen. Doch bald belagert die Polizei das Gelände...
Trotz des militärischen Themas setzt „Die Kadetten von Bunker Hill“ nicht auf große Schauwerte. Zwar sprechen zwischendurch auch mal kurz die Waffen, doch große Action gibt es nicht. Stattdessen konzentriert sich der Film sehr auf den psychologischen Druck unter dem die Kadetten stehen und beschäftigt sich mit der Frage, wie jeder darauf reagiert. An wenigen Charakteren, auf die man sich gut konzentrieren kann, werden verschiedene Situationen dem Zuschauer vorgespielt.
Auch die Belagerungsgeschichte ist recht spannend gemacht. In überraschend gemächlichem Tempo zeigt „Die Kadetten von Bunker Hill“, wie sich die Situation immer mehr zuspitzt und stetig brisanter wird. Dabei schwellen innerhalb und außerhalb der Akademie Konfliktpotentiale, welche die Situation immer mehr verschärfen. So versuchen die Eltern ihre Kinder zur Kapitulation zu überreden, auf beiden Seiten warten Leute nur darauf, endlich auf wen schießen zu können usw.
Allerdings kann „Die Kadetten von Bunker Hill“ diese Spannung nicht den kompletten Film über aufrecht erhalten. Vor allem im letzten Drittel hätte man sich doch deutlich kürzer fassen können, da der Film hier doch etwas ausgewalzt daherkommt. Vor dem bewegenden Schluss muss der Film daher doch mit einigen Längen kämpfen, die Spaß am Zuschauer leider etwas dämpfen. Dafür geht „Die Kadetten von Bunker Hill“ allerdings erfreulich nüchtern bei der Betrachtung des Konflikts zur Sache: Das Militär wird weder verurteilt noch verherrlicht (obwohl die Sympathien natürlich auf der Seite der Kadetten liegen) und es muss jeder Zuschauer selbst entscheiden, inwieweit die Taten der Kadetten gerechtfertigt sind oder nicht.
Regisseur Harold Becker fährt zudem eine überraschend prominente Darstellerriege auf, die mit einigen kommenden Stars punkten kann. Timothy Hutton, Sean Penn und Tom Cruise waren damals noch keine großen Namen, spielen aber doch ziemlich gut, obwohl Cruise die eindimensionalste Rolle bekommen hat und daher nicht mit Hutton und Penn mithalten kann. George C. Scott gibt einen überzeugenden General ab und auf Seite der Belagerer kann „Die Kadetten von Bunker Hill“ mit einem herrlich energischen Ronny Cox aufwarten. Hinzu kommen noch recht talentierte Nebendarsteller, was den Film schauspielerisch zu einer runden Sache macht.
„Die Kadetten von Bunker Hill“ ist ein leiser, aber spannender Film mit einer interessanten Thematik, auch wenn im letzten Drittel leider die Puste ausgeht.