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Jean-Jaques Annauds (Duell - Enemy at the Gates, Der Bär) Meisterwerk "Der Name der Rose" basiert auf dem im Jahre 1980 veröffentlichten Roman von Umberto Eco. An der Produktion, die circa 17 Millionen Dollar verschlang war auch der deutsche Produzent Bernd Eichinger beteiligt. Es handelt sich hierbei nicht nur um den besten Klosterkrimi aller Zeiten, sondern er zählt auch zu meinen persönlichen Favoriten in der Filmwelt. Dabei nahmen Alain Godard (Zwei Brüder, Enemy at the Gates), Howard Franklin (Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten), Andrew Birkin (Omen III, Burning Secret) und Gérard Brach (Das Phantom der Oper, Der Bär) einige Veränderung beim Verfassen des Screenplays vor. Besonders das düstere Ende von Ecos Roman musste geglättet werden.

Im Jahr 1327 treffen der franziskanische Mönch William von Baskerville (Sean Connery) und sein junger Novize Adson von Melk (Christian Slater) in einer Abtei der Cluniazenser ein. Der ehrwürdige Abt des Klosters Abbo von Fassanova (Michael Lonsdale) erzählt William von einer grausamen Mordserie, welche die Abtei heimsucht. Bei ihren Ermittlungen kommen William und Adson nur langsam voran, denn die Brüder wollen etwas verbergen, was sich laut William in der großen Bibliothek befinden muss. Alle Wege führen zu Bruder Berengar (Michael Habeck), der jedoch kurze Zeit später tot aufgefunden wird. Schließlich trifft auch noch die heilige Inquisition unter Bernado Gui (F. Murray Abraham) in der Abtei ein, Doch die Mordserie will nicht abreißen. Auch William gerät bald ins Visier der Inquisition.

Gedreht wurde natürlich in einem echten Kloster, was schon mal für authentische Sets sorgt. Doch damit nicht genug, Annauds Film präsentiert das frühe Mittelalter dermaßen düster und ungemütlich, dass man selbst eine Gänsehaut bekommt. Das abgelegene Kloster liegt auf einer Anhöhe und wirkt schon bei der ersten Sichtung bedrohlich. Ein Ort, an dem sich der Mensch eigentlich nicht wohl fühlen kann. Es ist kalt, nass und nebelig, mit der Körperhygiene nahm man es damals auch noch nicht so genau. Untermalt wird "Der Name der Rose" von einem brillanten und spannungsfördernden Score, komponiert von James Horner. Der Film hat eine einmalige Atmosphäre zu bieten, kein ähnliches Werk kann hier das Wasser reichen, so ist hier durchweg für Spannung gesorgt. In einigen Sequenzen kommt sogar ein gewisser Anflug von Horror durch, obwohl die Story stets bodenständig bleibt. Doch wir haben es hier nicht nur mit einer einfachen Mordserie zu tun, sondern man beleuchtet auch die Differenzen der verschiedenen Mönchsorden. Zudem kommt die heilige Inquisition ins Spiel, mit der auch William von Baskerville einst im Bunde war. So präsentiert die komplexe Story reichlich Wendungen und ein sehr ungewöhnliches aber hoch interessantes Motiv, warum soviele Menschen sterben müssen. Jedesmal findet man die Opfer mit geschwärztem Finger und einer geschwärzten Zunge vor, die Identität des Killers im Vorhinein zu entlarven scheint unmöglich. So lädt "Der Name der Rose" den Zuschauer zum Miträtseln ein und Annaud legt auch einige Spuren, die einem bei der ersten Sichtung kaum auffallen.

Obwohl die Figur des jungen Adson von Melk etwas oberflächlich bleibt, passt er bestens zu seinem Meister, die Beiden geben ein einmaliges Ermittlerteam ab. So hat William eine traurige Vergangenheit, die mit der Inquisition und Bernardo Gui zusammenhängt, erneut treffen die Beiden aufeinander, was die Lösung des Rätsels noch erschwert. Auch fallen William und Adson fast einem heimtückischen Anschlag des ehemaligen Ketzers Salvatore (Ron Perlman) zum Opfer und verirren sich in der labyrinthartigen Bibliothek. Über die volle Distanz von gut zwei Stunden vermag "Der Name der Rose" zu fesseln und gibt auch die ungeschönten Blicke auf das Werk der Kirche authentisch wieder. So sehen wir die Inquisition bei der Arbeit, durch Folter werden Geständnisse entlockt, das Opfer landet letztenendes auf dem Scheiterhaufen. Der Schluss war in Ecos Roman unschöner, hier kommt man dem Zuschauer fast mit einem Happy End entgegen, was jedoch nicht mal unpassend ist. Noch ein dicker Trumpf des Films sind die hervorragenden Darsteller. Sean Connery spielt den restlichen Cast an die Wand, obwohl ein junger Christian Slater (Operation: Broken Arrow, Hard Chash) und ein bösartiger F. Murray Abrahams (13 Geister, Mimic) wirklich sehr überzeugend agieren. In weiteren Rollen Michael Lonsdale (Moonraker - Streng geheim, Ronin) und Ron Perlman (Hellboy, Blade 2).

Ein absoluter Geniestreich ist dieser spannende Klosterkrimi mit Top-Besetzung. Die komplexe Story lädt zum Miträtseln ein, besonders gelungen sind die ungemütlichen Sets. Ein Film den man ohne Probleme auch mehrmals konsumieren kann, um auf die Details zu achten.

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