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Kalte Mauern, die überdauern

Ein erfahrener Mönch und sein blutjunger Novize kommen im tiefsten Winter und tiefsten Mittelalter in ein abgeschiedenes italienisches Kloster, wo ein bizarrer Selbstmord geschah und Untersuchungen wesentlich dunklere Machenschaften offenbaren…

Atmosphäreheiligtum

„Der Name der Rose“ ist eine exorbitant exzellente Literaturverfilmung. Von einem stark aufgelegten Connery über die sehr haptischen, feuchten Sets und Kostüme bis zu einer durchaus spannenden Mordverschwörung mit mittelalterlichen Kniffen und Sitten… Das Ding ist spitze! Vorbild für sowas wie „Die purpurnen Flüsse“ ein Jahrzehnt später. Sehr europäisch, sehr fesselnd, mit sehr viel Liebe zum Detail, mit viel zu sehen und zu fühlen. Fröstelnd, man spürt jedes Feuer, jeden Busen und jedes Heu doppelt. Die Schatten und der Schnee, lange Fingernägel und kalter Schweiß, eklige Leichen und kreative Morde, lyrisches Voiceover und sinnliche Lust, die Geheimnisse und Geheimgänge, die Schweigegelübde, tiefschwarzen Kutten und fetten, blassen Mönche. Eine Filmwelt, in die man sich richtig fallen lassen kann. Perlman ist wild gut! Dazu Chorales und Ungemütliches auf der Tonspur. Gänsehaut am laufenden Band. Vielleicht nicht unbedingt zwei Stunden Hochspannung - aber ein Dickicht von einem Gesamtpaket, das ich in meiner Sammlung nicht missen will! 

Murder Mystery trifft Evangelium

Fazit: opulent ausgestattet, mysteriöse Aura, klasse gespielt, spannend inszeniert, immer mit dem richtigen Tempo. Und einer der schärferen, intuitiveren Sexszenen überhaupt… Der beste "Holmes" der gar kein Sherlock war. Eine der feinsten und faszinierendsten Buchverfilmungen der 80er! 

P.S.: Ich gehe ja selten auf besondere Editionen oder Heimkinoversionen ein, ein guter Film ist ein guter Film, egal ob in UltraHD oder auf VHS… Aber die neue 4K-Abtastung ist eines der größten Upgrades dieser Heimkinogeneration! 

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