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Der Gangster Brian Nathanson überlebt als einziger verletzt einen fehlgeschlagenen Drogen-Deal irgendwo in den Wäldern von Kalifornien. Kurz darauf taucht der Polizist Chick auf, der mit zwei befreundeten Paaren in der Nähe einen Camping-Trip veranstaltet und reißt sich das herumliegende Koks sowie eine Million Dollar in bar unter den Nagel. Gemeinsam beschließt man, das Kokain zu Geld zu machen und so richtig abzukassieren, lediglich die Krankenschwester Eva will nichts mit der Sache zu tun haben und nimmt Reißaus. Auf dem Fußweg zurück in die Zivilisation läuft sie Nathanson über den Weg, dessen Schusswunde sie notdürftig in der Hütte eines seiner Komplizen verarztet. Während Brian im Anschluss versucht, das abhandengekommene Kokain wieder in seinen Besitz zu bringen, leiert Chick in L.A. einen Deal mit dem Druglord Santos an, den er allerdings plant übers Ohr zu hauen. Derweil schickt der Kartell-Chef Garcia seine Auftrags-Killerin Solange los, die die vertrackte Situation bereinigen soll und schnell sowohl Chick und seine Kumpels als auch Nathanson und Eva auf der Abschussliste hat... "White Rush" ist ein weiteres jener leidigen B-Movies, die Mark L. Lester unter offensichtlich nicht ganz optimalen Bedingungen für seine American World Pictures-Klitsche runtergekurbelt hat... und ist selbst zwischen solchen Streifen wie "Hitman's Run", "Whitmans Rückkehr" oder "Killing Candy" noch eines der schwächeren. Einerseits ist das Drehbuch von Full Moon-Schreiberling C. Courtney Joyner, der sich hier allem Anschein nach zur Abwechslung mal an einem fast schon Tarantino-esken Plot versucht und dabei mächtig verhaspelt hat, nämlich schlichtweg ganz schön blöde, andererseits schafft es der ehemals recht fitte Action-Regisseur Lester aber auch nicht, das Ganze inszenatorisch dadurch aufzubessern, dass er einfach nur in einem Affenzahn durch die Szenen-Folgen hetzt... vermutlich in der Hoffnung, dass dem Zuschauer auf die Art nicht auffällt, wie bescheuert das alles doch tatsächlich ist. So wird man gleichsam dem Figuren-Ensemble ohne große Vorwarnung direkt mitten ins Geschehen geworfen und darf sich da auch prompt ob der mangelhaften Einführung der Charaktere sowas wie Motivationen selbst zusammenpuzzeln, zumal einem schon die ersten Handlungen gänzlich sinnlos und widersprüchlich erscheinen. So bringt die Chose das Kunststück fertig, gleichzeitig konfus und kompliziert, aber dabei simultan trotz des flotten Erzähl-Tempos auch spannungslos und ziemlich langweilig zu sein. Dass der vermeintliche Drogen-Dealer Nathanson (für den das Drehbuch zum Schluss auch noch 'ne Überraschung in petto hat, die da aber auch keine alte Sau mehr interessiert) von allen Beteiligten kurioserweise doch am sympathischsten rüberkommt, aber vom Drehbuch ziemlich ungeschickt über weite Strecken in zweiter Reihe geparkt wird, während man sich vermehrt auf die übrigen Arschgeigen konzentriert, irritiert da nur noch zusätzlich. Da fragt man sich doch, was Judd Nelson wohl dazu bewogen hat, "White Rush" gleich auch noch mitzuproduzieren, denn ein taugliches Star-Vehikel ist das hier keinesfalls... und falls es die Aussicht darauf gewesen sein sollte, mit ein paar ausnehmend attraktiven Darstellerinnen vor der Kamera zu stehen, dann hätte er vielleicht darauf bestehen sollen, dass er ebenso wie seine Co-Stars Louis Mandylor und Taylor Sheridan auch 'ne Sex-Szene spendiert bekommt. Apropos Taylor Sheridan: Hat der gute Mann - der damals noch keine große Hollywood-Nummer gewesen ist, sondern lediglich ein mittelmäßiger Schauspieler unter vielen - die Idee für sein späteres "Sicario"-Skript mit dem ganzen Kartell-Gedöns, das ihm als Drehbuchautor zum Durchbruch verholfen hat, etwa von hier...? Dann wäre der Scheiss ja doch für was gut gewesen...

3/10

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