Review

Da hätten wir ihn also, den typischen Zombieploitation-Streifen, um Jahre zu spät am Markt, um Jahrzehnte entfernt von einem durchschnittlichen Film und um Lichtjahre entfernt von den Meisterwerken Romeros & Co.

Genau genommen warnt der Film ja schon vor sich selbst, denn der DVD-Aufdruck "Vom Produzenten von Wes Cravens Nightmare on Elm Street" ist ein ähnlich aussagekräftiges Qualitätssiegel wie "Vom Bundeskanzler seinem Friseur seiner Ex-Frau die Putzfrau". Oder so ähnlich. Dafür ist die Bildqualität auch mies (meist unscharf und verrauscht) und wird immer wieder unterbrochen von grellen Farbspielereien in billigster Video-Optik.

Plot: Es ist Halloween und zwei Mädels, einer Blonden und einer Puertoricanerin, ist ziemlich fad. Sie beschließen, in dieser Nacht dem Museum der Toten, das nur einmal im Jahr - nämlich in dieser Nacht - geöffnet ist, einen Besuch abzustatten.

Dieses Museum der Toten ist, so will es das Drehbuch, ein nicht zu überwindendes Labyrinth, aus dem man nicht mehr herausfindet. Die wenigen Räume, in denen sich fast der ganze Film abspielt, lassen zwar nicht darauf schließen, dafür sind die Mauernischen aber mit allerhand Aztekenschmuck angefüllt; außerdem stehen, wie in Museen so üblich, überall brennende Teelichter und Kerzen herum und Tonbänder erklären irgendetwas von Gottheiten und Kriegern. Eine steinerne Elefantenskulptur (aus Plastik) sowie mit bunten Steinchen verzierte Schädel hat man auch aufgetrieben; die Verbindungsgänge (eigentlich ist es nur einer, der aus verschiedenen Winkeln aufgenommen wurde) sind dunkel. Das also ist das Museum der Toten, und nur sehr spitzfindige Zuseher könnten bemerken daß es sich bei diesen Lowest-Budget-Kulissen bestenfalls um Teile einer Azteken- oder Inka-Wanderausstellung handelt, die nichts mit den Toten zu tun hat.

In dieser Halloweennacht also (was dort an den anderen 364 Tagen im Jahr abgeht will man schon gar nicht mehr wissen, ich vermute der Drehort war eine Grundschule) sind außer den beiden Mädels noch ein paar andere Besucher unterwegs, die dann ganz unvermittelt von Zombies angegriffen werden. Ersatz-Zombies besser gesagt, denn die wirken genau wie alle anderen Darsteller auch wie geradewegs von der Straße weg für diesen Film engagiert und haben im Unterschied zu den Anderen nur ein bißchen graue Farbe im Gesicht. Sie beißen also nacheinander die Besucher des Museums, die sich teilweise mit KungFu-Einlagen wehren, und die Gebissenen werden dann auch gleich zu Zombies, sodaß sich deren Zahl stetig erhöht. Erwähnenswert ist hier der Breakdance-Zombie, dessen Brille trotz einiger Tritte nie verrutscht, zerbricht oder gar herunterfällt. Müßig zu erwähnen, daß in den ganz wenigen Gore-szenen erkennbar danebengebissen wird und das Kunstblut nur sehr spärlich auf Haut und Kleidung aufgepinselt ist.

Die Blonde hat sich als Einzige für diesen Abend "verkleidet": sie trägt einen dunkelblauen Badeanzug, eine schwarze Fliege und einen Haarreifen mit Katzenohren... spätestens jetzt sollte jeder Zuseher erkennen, daß es sich hier um Trash der allerübelsten Sorte handelt. Oder sollte man noch das hellblaue Perlenarmband aus dem Spielwarenhandel, das als Amulett weitergereicht wird, erwähnen? Die "Verkleidung" nützt der Blonden übrigens nichts, sie wird auch zum Zombie. Ihre (hübschere) Freundin darf entkommen. Die ruft auch irgendwann mal die Polizei, und tatsächlich taucht dann auch ein Beamten-Pärchen auf, in schlichten blauen Hemden mit einem aufgebügelten Wappen auf der Brust, das nach einem spanischen Fußballverein ausschaut. Irgendwann hat auch ein Kasper mit Sturmhaube seinen Auftritt, er faselt etwas von gestohlenen Gegenständen und versucht somit der dünnen Story irgendeinen moralischen Anstrich zu geben. Schließlich erscheint dann auch ein fleischgewordener Eingeborenen-Krieger - in stilgerechtem(?) Baströckchen, ansonsten recht modern tätowiert und mit Zopf auf der Glatze wirkt er eher wie ein Nachwuchstalent aus irgendeiner schmierigen Hinterhof-Kickboxschule. Neben einigen seltsamen Rülpslauten kann er immerhin auch KungFu. Entsprechend spektakulär sieht das vorbereitete gegenseitige Abrollen dann auch aus. Gähn.

So zieht sich der ganze Film behäbig dahin, man läuft von einem zum anderen Raum, dann tauchen ketchupbeschmierte hampelnde Zombies auf, dann laufen sie wieder weg, das alles untermalt von völlig belanglosem Synthesizer-Geplänkel, welches nur als Hintergrundmusik fungiert und die Handlung in keinster Weise unterstützt. Dazu bedeutungsschwangere Sätze und ein fast schon verbissenes Sich-selbst-ernstnehmen, Humor gibt es eh keinen, noch nicht mal unfreiwilligen, und Spannung kommt erst gar keine auf. Filmchen wie dieser versuchen manchmal, sich mit etwas weiblicher Fleischbeschau aufzuwerten - auch hier Fehlanzeige. Es gibt einfach nichts, was man positiv hervorheben könnte.

Was an Zombie Attack - Museum of the dead aber wirklich ärgert ist nicht die künstliche Dramaturgie, nicht das billige Kung-Fu-Gehampel und auch nicht die billig(st)en Kostüme und Bemalungen - nein, was wirklich nervt sind die permanenten Bildverfremdungen mit irgendwelchen zittrigen Lichtschlangen, die das Auge des Zusehers übermäßig strapazieren und die knapp 85 Minuten zu einem wahren Marathon werden lassen. Ein Film, den man nur wegschmeißen kann. Null Punkte wären angemessen.

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