Review

Klingt witzig: im US-Schultest für die kommende Berufslaufbahn ist ein geheimer Extratest versteckt, der die Fähigkeiten untersucht, ein guter Spion zu werden. Die geeignetsten Kandidaten werden in eine geheime Schule der "D.E.B.S."-Organisation gebracht und machen dort ihren Abschluß zur Agentin. Bis dahin tragen sie aber alle einen faltenreichen Minirock und ein gar brisches weißes Privatschulblüschen der Marke Porno-Nymphe.

Klasse Sache das, wenn auch nie ganz geklärt wird, warum dieser Test und die Schule offenbar nur weibliches Agentenmaterial hervorbringt, aber wer kann schon knackigen Mädels in knappen Sachen widerstehen, die dicke Wummen zücken und sonst naiv-dödeliges Zeug faseln.

Klingt bekannt?
Klar, diese Schote kam in der alleruntersten Bugwelle des "Three-Angels"-Girlpower-Tsunamis an Land gespült und so dürfen unsere Heldinnen zwischen gewieft und naiv hin- und herwechseln und auf albern machen. Nicht so doof und abgeschmackt wie in "Super-Süß und super sexy", aber immerhin mit Augenzwinkern.
Das alles basiert auf einem 11minütigen Kurzfilm - doch wie fast immer genügt eine Idee nicht, um daraus gute 90 Filmminuten zu stricken. Immerhin landet der Zuschauer nicht in einer beliebigen "Rettet-die-Welt"-Kiste mit (natürlich) weiblichem Bösewicht, obwohl 10 Minuten lang alles danach ausschaut, im Protagonistenquartett sind die wesentlichen ethnischen Gruppen vertreten (zwei Weiße, eine Farbige, eine Asiatin) und mit Jungs hat man auch so seine liebe Not, wenn man für die Schwestern und den Planeten eintreten soll.

Das ändert sich latent durch das Eintreten des "Hauptplots", denn die große böse Gegenspielerin "Lucy Diamont" (Bond läßt grüßen!!!) ist ein ebensolches Schnuckelchen und enorm jung und gutaussehend. Und, und das ist der Clou, dazu noch lesbisch. Keine 15 Minuten später hat die Schöne einen "crush" für die Jahrgangsbeste (natürlich die Blondine, nicht die naive Brünette oder die übrigen Hautfarben) und so entwickelt sich statt der wilden Verfolgungsjagd rund um den Globus stattdessen eine musikalisch aufgepeppte Mädels-Love-Story, die natürlich nicht rechtens und nicht geschätzt ist. Irgendwann wird unsere Heldin entführt, erfährt die Freuden des Sapphischen, die Böse wird ein bißchen geläutert, alles kommt raus und dann heißt es: einstehen oder abhauen!
Ja, so banal und romantisch ist das.

Verkauft wird "D.E.B.S." wohl immer noch als Agentenparodie, tatsächlich ist es eine an sich ganz niedliche Liebesgeschichte mit natürlich enorm gut ausschauenden Protagonisten, die diese Ruine von Drehbuch offenbar selbst nicht so ganz ernst genommen haben, aber außer der herzerwärmenden Beziehungsklüngelei hat der Film nicht wirklich einen Inhalt, der das Herz höher schlagen läßt. Schöpferin Angela Robinson hatte zwar eine reizvolle Idee, ihr ist aber nichts eingefallen, was den niedrig budgetierten Film noch aufwerten könnte, zumindest auf einer optischen Skala. Auch in Sachen Jokes und Dialogen sind zwar minimale Ecken und Kanten im Spiel, aber letztendlich bleibt alles relativ sauber und harmlos, mit einem doppelten Schielen aufs Rating, was auch das Fehlen jeglicher ansatzweiser Nacktheit oder einer auch nur angedeuteten Sexszene erklärt. Das Revolutionärste an dem Film ist schon die stete Quarzerei von Devon Aoki (im wahren Leben Nichtraucherin), die dem Plot aber auch nichts Wesentliches beifügen kann.

So bleibt "D.E.B.S." eine gewaltfreie Kleinmädchenparodie, die für ein kosmopolitisches "Liebe überwindet alles - auch Gut oder Böse" eintritt, aber leider nur sporadisch mitzureißen versteht, am ehesten in einer kuriosen "Wir entschuldigen uns für unsere bösen Taten"-Montage zu Erasures "A Little Respect".
Sonst ist das ein nettes Plädoyer, sich doch frei für eine sexuelle Ausrichtung entscheiden zu dürfen, zumindest ca. bis zum 14.Lebensjahr (da 7/10), danach eher ein Rätsel, wie die Produktion eigentlich mit der dürren Plotline in Produktion gehen konnte. Harmlos und liebenswert, danach fliegen die Kinderklamotten aber endgültig aus dem Schrank. (5/10)

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