Der Film zeigt zunächst zwei parallele Handlungen. Das ist einmal das Prostituierten-Milieu in Amsterdam. Aus Geldmangel (ihr Mann ist ein Junkie) läßt sich die Heldin dieses Films von ihrer Freundin in ein Bordell mitnehmen, wo sie alsbald mit der "Arbeit" beginnt. Sie bleibt aber wohl immer auch Beobachterin und registriert auch die Veränderungen die mit ihr selbst vorgehen, während die anderen Prostituierten mehr oder weniger in ihrer Arbeit aufgehen. Eher weniger bei jener die bereits einen Selbstmordversuch hinter sich hat. Die Filmemacherin vermag es, den Prostitutionsalltag realistisch abzubilden, vergleichbar dem allerdings weitaus besseren Streifen "Working Girls" von Lizzie Borden. Der andere Handlungsstrang betrifft einen Irren, der Frauen entführt, an ein Bett kettet und beobachtet wie sie zu Grunde gehen, ohne ein Wort mit ihnen zu sprechen. In einem regelmäßigen Zeitabstand photographiert er sie mit einer Polaroidkamera und heftet das Bild an die Wand. Wenn sie tot ist, entsorgt er sie. Der Verbrecher wird als extremer Pedant vorgeführt. Auch dieser Handlungsstrang wird von der Regisseurin distanziert und realistisch abgefilmt. Allerdings ist hier schon ein Bruch zu konstatieren. Denn so alltäglich die Bordellwelt ist, so alltäglich mag auch sonstige Gewalt gegen Frauen sein, aber dieser Psychomörder ist sicher nicht mehr alltäglich.
Wenig glaubwürdig werden diese Handlungsstränge zusammengeführt, ausgerechnet zu dem Zeitpunkt als ein Mädchen einen Bauchstich durch einen Freier erleidet betritt er erstmals das Bordell. Er ist auch bereits das Mädchen ins Krankenhaus zu fahren ("Ich würde das auch für einen Hund machen"), als er danach jedoch viel Geld hinlegt, um Sex zu haben, flippen die Mädchen, angeführt von der eigentlichen Filmheldin, aus und der Film nimmt eine pathetischen Agitprop-Wendung mit großen Ansprachen und Revolutionsmusik. Solche Sozialfilme werden heute nicht mehr gedreht und die Tatsache, daß dieser Film heute (d.h. 2005), wie ein Exploitation-Film vermarktet auf DVD herausgebracht wird, verwundert einigermaßen. Exploitation-Freunde werden aber schwer enttäuscht, Realismus-Freunde nur in den ersten zwei Drittel zufrieden sein. Wer sich für die filmische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Prostitution interessiert, sollte ihn jedoch keinesfalls auslassen.