Die Ankunft des ebenso gefürchteten wie respektierten Lord Cumberland (Herbert Lom) bereitet der grausamen Willkürherrschaft des örtlichen Hexenjägers Albino (Reggie Nalder) ein vorläufiges Ende. Cumberlands Lehrling Christian von Meruh (Udo Kier) vertraut auf das Gerechtigkeitsempfinden seines Herren, obwohl seine Geliebte (Olivera Vuco) ohne Anklageschrift in den Kerkern darbt. Erst als er Zeuge wird, wie Cumberland Albino im Streit tötet, bröckelt Christians Vertrauen und er muss erkennen, dass Gesetzestreue nicht vor Schuld bewahrt, wenn das Gesetz selbst faul ist…
Tatsächlich gelingt es dem aufwändig produzierten und prachtvoll inszenierten Historienfilm viel besser, als der marktschreierische Titel vermuten lässt, die Hexenverfolgung des Mittelalters als institutionalisierte Triebabfuhr einer argwöhnischen und körperfeindlichen Gesellschaft bloßzustellen, die gleichermaßen die Gelüste der Exekutive wie die Schaulust des Volkes befriedigen soll. Die aufwühlende Konfrontation schwelgerischer Romantik mit sadistischer Folter entwickelt nicht zuletzt dank der charismatischen Darstellerriege und der anrührenden Musik eine eigenwillige Bannkraft, die über die kintoppartige Erzählweise hinwegsehen lässt.