Review

Formicula

(USA 1954)

Streifenpolizisten finden in der Wüste einen zerstörten Wohnwagen und ein unter Schock stehendes Kind. Es kommt zu weiteren unheimlichen Geschehnissen, bei denen u. a. ein Imbißbesitzer durch Ameisensäure getötet wird und auch der Partner des Polizisten ins Gras beißen muß. Mit Hilfe einiger Wissenschaftler und des FBI entdeckt man in der Wüste eine Kolonie von Riesenameisen, die unter der radioaktiven Strahlung der zahlreichen Atombombentests in der Wüste entstanden sind. Unter Aufbietung des Militärs können Sie aber zerstört werden.

Leider können zwei beflügelte eierlegende Ameisenköniginnen entkommen und tragen ihre tödliche Brut in die Welt, bzw. nach Kalifornien hinaus. In einem Abwasserkanal werden die Viecher mit ihren Nachkommen dann aber gestellt und endgültig fertig gemacht.

Diese Amis.... Erst machen sie Atombombenexperimente in der Wüste und dann wundern sie sich über die Nachwirkungen. Der Film verarbeitet zwei Paranoien der 50er Jahre: Die Atombombe und deren Folgen, sowie die Angst vor der Unterwanderung durch kommunistische Agitatoren. Das soziale, streng organisierte hierarchische System der Ameisen wird hier mit dem Kommunismus gleichgesetzt. Der amerikanische aufrechte Held besiegt aber die Ameisen /Kommunisten, auch wenn es ihm selbst das Leben kostet.

Herausgekommen ist trotz der unterschwelligen Propaganda ein recht spannendes, ansehnliches Filmchen mit für die damalige Zeit ganz guten Effekten. Auch die Ameisen sind recht gut animiert, obwohl sie nur als riesige Papp- und Sperrholzfiguren daherkommen. Drehbuch und Regie leisten eine genauso gute Arbeit wie die Darsteller, allen voran James Withmore, der in den 50ern einen ähnlichen Ruf hatte wie heute unser Robert DeNiro. Interessant ist auch die in Folgefilmen immer wiederkehrende Figurenkonstellation. Da gibt es zwei männliche Hauptfiguren, von denen einer meistens den Heldentod stirbt, eine Frau, die es zu retten oder zu beschützen gilt und den älteren, väterlichen Freund/Berater des Trios (Häufig Vater, Onkel, Professor oder Mentorder weiblichen Hauptfigur).

Die Kamera fängt einige stimmungsvolle Wüstenbilder ein. Außen- und Studioaufnahmen sind gut kombiniert, der Score unterlegt die Handlung sehr passend,besonders das näher kommende laut zirpende Geräusch der Ameisen sorgt für Gänsehaut. Formicula (oder auch "Them" im Original) haut voll in die Kerbe des damals aufkommenden populären Monsterfilms. Es folgten solche Legenden wie "Tarantula""Die Bestie aus dem Weltraum" oder "Panik in New York".

Fazit:

Wer auf gute alte, schwarzweiße SF-Spannungskost aus den Fiftys steht, der darf sich diesen Film nicht entgehen lassen, es lohnt sich echt!

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