Review

Die Polizei in New Mexico greift ein verstörtes Mädchen auf. Was sie gesehen und erlebt hat, bleibt zunächst im Unklaren. Sicher ist nur, dass etwas Grauenhaftes vorgefallen sein muss. Die Spurensuche mit Unterstützung des Biologen Dr. Medford, dessen Tochter und einem Mitarbeiter des FBI ergibt das Unvorstellbare. Denn aufgrund der in der Gegend durchgeführten Atomwaffentests vor neun Jahren sind die ansässigen Ameisen mutiert und zu menschenfressenden Kolossen herangewachsen.

„Formicula“ oder „Them!“ stand relativ am Anfang einer Reihe von Filmen, in welcher die nuklearen Nachwirkungen in Monsterform die Menschen bedrohen. Anders als bei dem im selben Jahr veröffentlichten ersten Godzilla-Film aus Japan steht dieser US-Beitrag aber weniger für Kriegsfolgen und die direkte daraus erwachsene Zerstörung. Zwar ist die Verstrahlung hier ein Thema, wird aber nur sehr stiefmütterlich behandelt. Unerwähnt bleibt es nicht, dazu schwingen aber noch andere Kommentare mit. So gilt der (auch unterirdische) Ameisenhaufen als Sinnbild der Bedrohung im Kalten Krieg. Da mutet es schon fast verwunderlich an, dass man nicht gleich Feuerameisen daraus gemacht hat.

Wie dem auch sei, effektreich inszeniert und ebenso gebaut ist der von Gordon Douglas inszenierte Streifen geraten. Das Mysterium steigert sich langsam, man sucht, man hört – und dann sieht man auch. Denn immerhin wartet man nicht ewig auf die erste Sichtung der Riesenameisen. Die Kreaturen sind ansprechend designt und bekommen auch ein paar Auftritte, dazu gibt es mal Explosionen, einen Ausflug in den Bau der Kreaturen und von der Wüste bis in die Großstadt reicht das Szenario. Abwechslung gibt es also, aber in der zweiten Hälfte auch etwas Leerlauf. So ist die Episode mit dem Piloten in der Klapse verzichtbar, erzählt er doch auch nur, was man vorher schon in Schriftform gesehen hat (wenn ein junger Leonard Nimoy einen Zettel umherträgt). Die Befragung weiterer Augenzeugen schleppt sich etwas, hier tritt der Film auf der Stelle. Was eben so auffällig ist, weil er davor ein gutes Tempo an den Tag legt.
Wobei einem die Viecher schon leidtun können. Ist ja nicht ihre Schuld, dass sie verstrahlt wurden und letztlich leben sie eben einfach vor sich hin. Und hören sich diverse „Wilhelm screams“ an.

„Them!“ ist einer der typischsten Vertreter von Genrefilmen seiner Ära und trotz der klassischen Untertöne (Folgen der nuklearen Errungenschaften, Anspielung auf die rote Gefahr, das Militär regelt das hier schon) auch einfach als unterhaltsamer Monsterfilm genießbar. Wenn man auf die alten Teile steht, wird man mit diesem hier seinen Spaß haben.

Details
Ähnliche Filme