„Zinda Laash“, der erste Dracula-Film (auch der Einzige??) aus Pakistan. „Zinda Laash“ bietet eine Art Unterhaltung, die man selber mal gesehen haben muss.
Professor Tabani (Rehan) arbeitet an einem Elixier, welches ihm ewiges Leben schenken soll. Als Prof. Tabani endlich ein Elixier gefunden hat, stirbt er aber an dem Mittel. Doch Tabani ist nicht Tod, er ist zum Vampir mutiert.
Eine Zeit später kommt der Arzt Dr. Aqil (Asad) zum Hause Tabani. Dort wird Aqil, wen wundert es, Opfer des Professors und einer Frau.
Aqis Bruder (Habib) macht sich auf die suche nach Aqid und findet ihm schließlich als Vampir in der Gruft des Hauses Tabani. Er tötet seinen Bruder und muss die schreckliche Nachricht der Familie von Aqils Verlobter überbringen.
Aqils Bruder macht sich auf den Weg, den Vampir zu vernichten...
Dracula in Pakistan, also ich habe ja viel erwartet und mich auch auf einiges Eingestellt, aber man wird trotzdem „irre“ bei diesem Film.
Zu Begin wird der Vampirmythos in Pakistan ganz anders eingeführt, als z.B. diverse Vorlagen in Europa. Damit könnte man noch leben. Doch dann bemerkt man, dass die Pakistani so um die 90% aus Fishers Hammer-Dracula geklaut haben, und ich meine Bild und Ton.
Nicht nur, dass man die Szenen fast 1 zu 1 übernommen hat (quasi ein pakistanisches Remake), nein, da klauen sie doch wirklich teilweise den Ton des Originals aus UK. Seien es Schreie, Musik, Kampfgeräusche, mögen sie auch nicht im entferntesten passen.
Würde man den Hammer-Ton synchron zum Film laufen lassen. Man würde kaum unterschiede feststellen.
Das große Grauen tritt dann ab Minute 25 ein. In mitten der Szene mit Aqid und der Vampirfrau (im Original Harker und die Vampirfrau) geht es dann los, der Film stoppt quasi und die Frau fängt erst mal an zu tanzen! Was man aus vielen indischen Filmen weiß und fürchte, ist auch in Pakistan gang und gebe. Irgendwann geht der Film doch mal weiter, doch immer wieder wird gesungen und getanzt, dass man es kaum noch aushält. Ich musste teilweise vorspulen, denn man erträgt es kaum in einem Horrorfilm ,wenn 12 Frauen erst mal am Strand rumspringen, singen und tanzen, was aber auch nichts, gar nichts mit der Story zu tun hat. Alles natürlich noch in der Landessprache Urdu, wobei einige Textpassagen lustigerweise immer mal wieder auf Englisch sind.
Kommen wir zu den Schauspielern. Wenn man nicht schon bei den Credits am Boden liegt, bei Namen wie Habib, Rehan, Asad usw., so kann man den Darstellern eine gewisse Art von Talent nicht absprechen. Rehan, also der Christopher Lee Pakistans, spielt den Vampir eigentlich recht überzeugend mit seinen aus Deutschland exportierten Vampirzähne. Der Rest der Truppe sieht zwar irgendwie gleich aus, dank pakistanischer Kleidung, aber man fängt an sie zu mögen.
Die Kameraarbeit ist auch so eine Sache. Mal stimmt das Bild 100%ig, dann wieder wackelt die Kamera plötzlich, als ob jemand mit dem Bollerwagen rumfährt.
Man mag es kaum glauben, doch dieser Film bekam in seiner Anfangszeit ein X-Rating in Pakistan. Jetzt mag man sich fragen warum? Weil der Film so gut wie alles klaut aus dem Hammer-Dracula? Weil Gesungen und getanzt wird? Man weiß es nicht, jedenfalls gewalttätig ist der Film nicht
Absoluter Höhepunkt ist der Endkampf zwischen Professor „Dracula“ Tanabi und Aqils Bruder (welcher irgendwie im kompletten Film keinen Namen hat, hat man wohl vergessen).
Die Stunts kann man nur als made in Pakistan bezeichnen, wer es bis dahin durchgehalten hat, liegt nun endgültig am Boden oder ist vor lachen gestorben.
Fazit: Was soll ich sagen, auf der einen Seite muss man diesen Film komplett zerreißen, allein schon wegen dem Bild- und Tonklau. Auf der anderen Seite bringt man es nicht über das Herz, den Film irgendwie niederzumachen. Scheinbar sehen diese Filme in Südasien so aus und es scheint auch nicht besser zu gehen, wenn man sich mal diverse Dokus anschaut, scheinen alle indischen und pakistanischen Filme nach diesem Muster gestrickt. Für das westliche Publikum sicher mehr als gewöhnungsbedürftig. Allein beim Singen und Tanzen wird man schon leicht nervös als westlicher Zuschauer.
Mit welchen Intentionen man sich diesen Film anschaut, man wird unterhalten, egal ob positiv oder negativ. „Zinda Laassh“ war mein erster und einziger Film aus Lollywood. Mehr kann ich nicht ertragen.