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Filme in denen in Episodenform die Geschichten mehrerer Personen erzählt werden, die sich dann im Finale allesamt treffen bzw. bei denen die Handlungsstränge am Ende allesamt in einander fliesen, gibt es häufig. Eines der besten Beispiele für dieses kleine Genre ist "Short Cuts"! Im ähnlichen Fahrwasser entstanden ist auch "October 22", der Film über einen Tag im Leben mehrerer höchst unterschiedlicher Menschen, die sich zu einem blutigen Showdown im Cafe treffen. Da der Film aber leider absolut nichts Neues zu bieten hat, ist das Endresultat leider nur ein Durchschnittsthriller von der Stange.

Das fängt schon bei den Figuren an, die allesamt nicht wirklich interessant sind. Da hätten wir eine Schwangere, eine frisch Geschiedene, den Manager, den lieben Familienvater, den "Mittellosen" und den überaus freundlichen Schwarzen . Alle Charaktere sind leider recht klischeehaft geraten und agieren ganz genauso, wie man es von ihnen erwartet. Etwas Überraschendes gibt es kaum.

Auch die Geschichten der Personen selbst strotzen nicht unbedingt von Ideenreichtum und wirken langatmig. Die Tage der einzelnen Personen laufen relativ typisch ab und sind vorhersehbar. Vor allem die Identität des Amokläufers wird viel zu schnell erklärt. Zwar probiert man die Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken, doch der geschulte Cineast weiß spätestens nach ca. 30 Minuten genau, wer am Ende die Knarre in der Hand hält. Auch hier wären einige bessere Aha-Effekte gut gewesen.

Das Finale des Ganzen ist dann eine wahre Odyssee der Gewalt. Nachdem der Film bis hier noch recht harmlos war, versinkt der Film plötzlich in einem ziemlich atemberaubenden Amoklauf, mit einigen heftigen Gore-Effekten. Leider wirkt das Ganze aber dennoch recht aufgesetzt. Und zudem geht einem das plumpe und zudem völlig unnötige Abgeknalle von unschuldigen Personen schnell auf den Geist.

Trotzdem versinkt der Streifen nicht ganz im bodenlosen, was vor allem an den Schauspielern (Top: Amanda Plummer) liegt, die ihre Rollen allesamt optimal ausfüllen. Zudem kann vor allem die Musikuntermahlung gefallen und auch die restlichen Inszenierungsfaktoren gehen durchgehend in Ordnung. Doch ein schlechtes Drehbuch können sie eben kaum ersetzen!

Fazit: Leider recht belangloses und vollkommen innovationsloses Thrillerfilmchen, dem die nette Grundidee leider in den total klischeebeladenen und überraschungsfreien Figuren, den nicht viel sagenden einzelnen Handlungssträngen und dem viel zu übertriebenen Finale verloren geht. Dafür können aber die, teils wirklich großartigen, Darsteller und die dennoch gelungene Inszenierung erstaunlich viel der verbrannten Erde wieder gutmachen und retten den Streifen somit wenigstens zur durchschnittlichen "Eintagsfliege"!


Wertung: 5/10

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