Dezent wie eine Abrissbirne auf den Kopf...
Eine Gruppe junger Erwachsener kommt in einem alten Landhaus nach einer Seance mit dem wütenden Geist eines Killers in Kontakt, der einst seine ganze Familie mit dem Vorschlaghammer plattgemacht hat und nun eine ganze Reihe an neuen Opfern serviert bekommt...
Hau den Lukas - Slasheredition
Der Legende nach der erste Slasher, der direkt, geplant und ausschließlich in die Videotheken der frühen 80er gewandert ist. Zudem der Beginn von David A. Priors Werdegang zwischen "Aerobicide" und "Deadly Prey". Dazu einer der platteren und plumperen Slasher, die je gedreht wurden. Figuren als reinste Opfergaben. Amateurhafte Schauspielversuche. Vibes eines Homevideos von einem gemeinsamen Wochenende mit Freunden. Eine dröhnende Darksynthtapete. Unangenheme, überlange Zeitlupen. Immer wieder dieses Landhaus bei Nacht, minutenlang von außen. "Sledgehammer" hat massive Höhenunterschiede, nicht nur in den Blusen seiner weiblichen Opfer. Aber irgendwie ist er ein Kleinod, das ich nicht missen will. Dass er nur für die härtesten Slasherhunde einigermaßen brauchbar ausarten und über seiner Gewichtsklasse kämpfen kann, ist selbstredend. Und dennoch ist er im Grunde ein Urknall in sich selbst, der implodiert und explodiert zur gleichen Zeit. Ihn gibt's meines Wissens nach auch nur in unterirdischster Qualität. Und das passt natürlich zu allem an ihm. Fast erreicht er halluzinatorische Höhen, oft krebst er aber genauso im Kellergewölbe des Subgenres. Von straight up trashig über unfreiwillig komisch bis echt creepy ist alles dabei. Und deswegen habe ich "Sledgehammer" ins Herz geschlossen - und rate den meisten "normalen" Zuschauern dennoch dringend ab.
Fazit: als erster offizieller Direct-To-Video-Slasher und als Jumpstart für David A. Priors Karriere verdanken wir "Sledgehammer" schon etwas. Dazu sein ungewöhnliches Mordinstrument, eine teils trügerische, augenzwinkernde Drecksidylle und eine äußerst räudige Atmosphäre... "Sledgehammer" hat ungeahnte Kräfte - für einen uneingeschränkten (Amateur-)Klassikerstatus reicht's aber doch irgendwie nicht ganz...