Review

A long time ago in a galaxy far, far away... Ohio, 1956. Der gutaussehende Rebell Gene Harbrough (Chris Nash) ist wieder mal von der Schule geflogen, weshalb sein Vater Claude (Terry O'Quinn, The Stepfather) mit ihm von Chicago ins (fast) perfekte Kleinstädtchen Nelsonville übersiedelt ist. Dies ist Genes letzte Chance; treibt er es wieder zu bunt, ist endgültig Sense und er fliegt raus. Gene freundet sich gleich mit dem siebzehnjährigen Nachbarsjungen Jonathan Bellah (Doug McKeon) an, der nach der High School und dem College in die Fußstapfen seines Daddys treten und Zahnarzt werden wird. Im Gegensatz zum unerfahrenen Jonathan hat Gene leichtes Spiel bei den Ladies, und beim unbeschwerten Geplänkel entsteht eine etwas ungewöhnliche Wette. Gene verspricht Jonathan, daß er mit seiner Hilfe innerhalb eines Monats flachgelegt wird. Jonathans Objekt der Begierde ist die hübsche Marilyn McCauley (Kelly Preston), die ihn jedoch kaum beachtet, während das "häßliche", bebrillte, Zahnspange tragende Entlein Rosalie (Jami Gertz, Solarbabies) heimlich in den süßen Blondschopf verschossen ist. Gene wiederum ist von der heißen Bunny Miller (Catherine Mary Stewart) verzaubert, und diese scheint seine Gefühle sogar zu erwidern. Dumm ist nur, daß sie mit dem reichen, halbstarken Schnösel Kenny (D.W. Brown) liiert ist, und dem schmeckt es gar nicht, daß Gene sich an seine Freundin heranmacht.

Mel Damskis Mischief ist eine ganz vorzügliche Teenagerkomödie, eine der besten ihrer Art. Wieso, ist leicht und schnell erklärt. Sowohl vor als auch hinter der Kamera agierten Menschen, die ihr Handwerk beherrschen. Kamera, Schnitt, Musik, Ausstattung, Kostüme, Make-Up, Akteure, Aktricen, das ist alles top! Dazu kommt ein erstklassiges Drehbuch, das nicht nur auf schnelle Lacher setzt, sondern auch ernste(re) Dinge geschickt in die Handlung einwebt. Man spürt, daß hier trotz romantischer und nostalgischer Verklärung viel Herzblut in das Skript geflossen ist. Das Casting ist bis in kleinste Rollen perfekt, wobei besonders die Jungschauspieler brillieren und in ihren jeweiligen, gut charakterisierten, wenn auch bisweilen etwas klischeebehafteten Figuren aufgehen. Doug McKeon (Night Crossing) und Chris Nash (Modern Girls) kommen trotz ihrer Probleme ungemein liebenswert rüber, Catherine Mary Stewart (Night of the Comet) und Kelly Preston (Death Sentence) sind richtige Blickfänge, und D.W. Brown (Fast Times at Ridgemont High) überzeugt als überheblicher Kotzbrocken, der meint, daß er sich alles erlauben kann. Wenn er sich da mal nur nicht täuscht. Drehbuchautor Noel Black und der überwiegend fürs TV arbeitende Regisseur Mel Damski (The Bionic Woman, Lou Grant, Picket Fences, Ally McBeal, Charmed, Psych, und viele weitere) nehmen sowohl die Geschichte als auch die Figuren ernst und geben sie niemals der Lächerlichkeit preis. Als Zuschauer hat man viel Spaß mit den Teenagern und lacht mit ihnen, und nicht - wie es in vielen Filmen der Fall ist - über sie. Man taucht ein in diese fremde, längst vergangene, nicht wirklich realistische und doch so faszinierende Welt, bekommt rasch ein Gespür dafür, wie die Jungs und Mädels ticken, welche Träume und Sehnsüchte sie antreiben. Und weil man die Helden sehr mag, lebt und leidet, lacht und bangt man mit ihnen mit, während sie auf der Tonspur von zahlreichen Oldies und Evergreens (u. a. von Buddy Holly, Chuck Berry, Fats Domino, The Platters, Little Richard und Elvis Presley) begleitet werden.

Des Weiteren ist der Film manchmal wirklich lustig; selbst Momente, die etwas unter die Gürtellinie gehen, haben eine so einnehmende Leichtigkeit, daß man zum Grinsen quasi gezwungen wird. Wenn Jonathan mit dem Auto durch die Gegend kurvt und einen Hydranten niedermäht, weil er die Augen nicht von seiner Traumfrau lassen kann, oder wenn er in der Schule der rocktragenden Marilyn zwischen die Beine starrt (da bekommt man nicht einen, sondern gleich zwei spektakuläre Slip-Shots serviert) und daraufhin im ungünstigsten Moment einen Ständer kriegt, dann ist das sowohl liebreizend als auch witzig, und es fühlt sich irgendwie echt an. Das Fünfziger-Jahre-Flair ist ebenfalls ganz nett (im Drive-In läuft der James Dean-Klassiker Rebel Without a Cause), obwohl man sich hier kein realitätsgetreues Abbild dieser Ära erwarten sollte. Das ist allerdings egal, schließlich besticht auch die Story nicht gerade mit Realismus. Im Gegensatz zu vielen Teensploitation-Movies, wo man mit Titten und schlüpfrigen Situationen regelrecht zugekleistert wird, beschränkt sich Mischief auf eine einzige (süße) Szene, die sich aus der Geschichte heraus ergibt und deshalb auch nicht selbstzweckhaft ist. Mischief ist eine lockere, grundsympathische, ungemein unterhaltsame "Coming of Age"-Komödie, die nicht nur in Bezug auf Witz, Dramatik, Cast und Zeitkolorit überzeugt, sondern auch mit ihrem Gespür für gefühlvolle, zärtliche, ernste und sich echt anfühlende Momente beeindruckt. Die splitternackte Kelly Preston ist natürlich eine schöne Zugabe.

Details
Ähnliche Filme