Review

Bros before raping Hoes

„Mischief“ aka „Verkehrsprobleme“ erzählt von einem ziemlichen Versager-Teenager im Ohio der eigentlich biederen 50er, der durch einen rebellischen, sexuell erfahrenen und ultracoolen Neuzugang nicht nur dem Höschen seines Schwarms näher kommt, sondern auch zu (eventuell sogar gefährlichem?) Selbstvertrauen gelangt…

Eis an James Deans Stiel

Für eine sicher (allein durch den vollumfänglichen, extrem beeindruckenden 50er-Ohrwurm-Soundtrack) nicht allzu billige Fox-Produktion auf dem Höhepunkt des 80er-Highschool-Sex-Comedy-Craze ist „Mischief“ heutzutage erstaunlich vergessen. Dabei gehört er für mich zu den besseren Vertretern dieser „John Hughes-Schule“, die ich sehr mag. Etwas weniger Zucker als bei Hughes, etwas weniger Nacktheit als bei „Porkys“ & Co. (trotz einer ganz kurz erfreulich splitterfasernackten Kelly Preston). „Mischief“ klingt fantastisch, hat etliche Hits von Elvis bis Chuck Berry, von Buddy Holly bis Fats Domino. Die ganzen Rechte könntest du heute nicht mehr bezahlen. Absolut herausragend. Dazu tolle Karren aus der Epoche und zeitlos hübsche Mädels, viele Anklänge und Anspielungen an James Deans Melodramen und eine Männerfreundschaft, die man nicht allzu schnell vergisst. Trotz aller Klischees und üblichen Muster. Die Hauptfigur zwischen naivem Versager und dreistem Vergewaltiger ist höchst diskussionswürdig, dagegen wirkt selbst Hughes' in dieser Beziehung viel gescholtener „Sixteen Candles“ ungefährlich. Doch gerade diese Fragwürdigkeit, Angreifbarkeit und Authentizität - da man gerade als Teenager sexuell gerne mal richtig dumme Scheisse baut - machen die Figuren und Situationen vielleicht sogar noch sympathischer und glaubhafter auf frustrierende Weise. Denn nicht jeder ist perfekt, gerade wenn mal zu sehr mit den Genitalien gedacht wird. Dass das unbedachte bis fies-egoistische Verhalten der Hauptfigur allerdings kaum bis keine Konsequenzen hat und einige Sideplots eiskalt fallengelassen werden, hält „Mischief“ vielleicht für mich vom Klassikerstatus in seinem Subgenre fern. Wer jedoch sowas wie „Meatballs“, „Weird Science“ oder auch „The Outsiders“ gerne guckt, ist hier ganz sicher an einer unterhaltsamen Adresse, die nicht totgeschwiegen werden sollte. 

Fazit: zwischen John Hughes und dem in den 80ern beliebten 50er-Revival… mit einem der problematischeren „Helden“ aus dieser Zeit… aber es war eben… diese Zeit. „Mischief“ ist schon 'ne schnelle Nummer. Heutzutage zwischen Schmunzeln und Kopfschütteln. 

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