Daddy (1973)
Mit elf sexuell missbraucht, dadurch zur Kunst gekommen, die unschönen Dinge dadurch verarbeitet und in Rache walten lassen, wie die eigenen sexuellen Phantasien durchleben… Niki de Saint Phalle!
Malerin und Bildhauerin wie hier auch Regisseurin „Niki de Saint Phalle“ lebte 1930 bis 2002 und wird den Meisen, die sich nicht mit allgemeiner Kunstgeschichte auskennen kaum etwas sagen. Wenn man aber so manch Skulptur von ihr, die in den meisten Großstädten ausgestellt sind, sieht, wird man sich sie ins Gedächtnis rufen, denn ihre Werke sind tatsächlich unverkennbar ebenso, wie ihr Film „Daddy“ den man als Autobiografisches Verarbeitung Kino in Form eines ziemlich kapriziösen Dramas bezeichnen kann. Leicht kontrovers, sexuell gewagt, unkonventionell umgesetzt.
Die Umsetzung ist in drei Akten gesplittet. Ihre Kindheit und der Missbrauch, das Erwachsen sein und die Verarbeitung, so wie die Gegenwart mit Rache und sexuellen Fantasien. So in etwa könnte man das komplizierte Filmchen in der Umsetzung beschreiben. Dass hier eine Künstlerin am Werk war, sieht man bereits in den ersten paar Sequenzen und Einstellungen, wo sie mit einem Gewehr auf eine Art arrangierten Schießstand auf Figuren schießt, die ästhetisch im Anschluss bluten. Auch so besitzt der Film immer wieder Einblendungen ihrer Kunst. Insgesamt ist der Film kreativ wie technisch gut umgesetzt worden.
Schauspielerisch geht „Niki de Saint Phalle“ in ihrer eigenen Rolle natürlich auf und macht auch eine gute Figur dabei. Auch „Rainer Diez“, der zuvor noch nie vor einer Kamera stand beim Film, machte seinen Job gut.
Subjektiv fand ich „Daddy“ als einen ziemlich außergewöhnlichen Film. Ein Film, wie er von seiner Machart auch nur aus den seligen 70er stammen kann. Seinerzeit sicherlich kontrovers doch auch nie anstößig und explizit in seinen Szenen. So fand ich ihn interessant und unterhaltsam.
Fazit:
„Daddy“ ist ein Film, der nicht für jedermann geeignet ist. Man muss schon eine Vorliebe für die 70er haben, Nostalgiker sein und vor allem sich mit der Person „Niki de Saint Phalle“ auseinandersetzen wollen. Sonst wird der Zugang nur schwer werden.
Bewertung:
6,5 / 10 Punkte.