Der Erfolg der asiatischen Mystery-Welle reist und reist nicht ab. Ähnlich wie bei den Slashern in den 80er Jahren, gibt es zur Zeit auch in diesem Genre einen Film nach dem anderen, allesamt nach ähnlichem Strickmuster gestrickt. Nachdem Japan den Anfang gemacht hatte, ziehen nun auch alle anderen asiatischen Staaten nach. Mit "Into the Mirror" bringt nun Südkorea einen Beitrag dazu bei und der ist wirklich gelungen.
"Into the Mirror" hat eine wirklich gute und wohl durchdachte Geschichte zu liefern, wie sie kaum besser in das Genre passen könnte. Es gibt viele herrliche Gruselerscheinungen und eine Menge mysteriöse Dinge, die dem Zuschauer das Herz in die Hose rutschen lassen. Dabei ist das Ganze größtenteils auch ohne größere Plotlöcher versehen, so das man sich am Ende eigentlich so ziemlich alles erklären kann, was man erklärt haben muss.
Gut gelungen ist dabei aber vor allem die Spurenlegung, die langsam aber auf sicherem Weg zur Lösung des Ganzen führt. Es gibt einige Spuren, die erst wesentlich später aufgelöst wurden und einige Rätsel, die einem bis zum Schluss beschäftigen werden. Vor allem die Frage, was all die Spiegel damit zu tun haben, beschäftigt einen doch sehr. Wirklich falsche Fährten gibt es dabei zwar kaum, doch man fiebert trotzdem gewaltig mit den Hauptfiguren mit.
Was die Atmosphäre angeht, so kann man ebenfalls nur positives berichten. Regisseur Kim Seong-ho hat es geschafft, dem ganzen Streifen über eine wohlige Gänsehaut-Stimmung zu unterbreiten. Und die Schockszenen, die zwar nicht im Übermaß vorhanden sind aber wohlwollend gesetzt wurden, verfehlen ihre Wirkung nicht. So muss das sein!
Einziger wirklicher Kritikpunkt, der einem ab und an stören könnte, sind die Längen, die anscheinend in so gut wie allen Filmen dieser Art vorhanden sind. Der, mit ca. 115 Minuten ziemlich lange, Genre-Vertreter, verstrickt sich doch schon ab und an mal in ein paar Szenen, die man ruhig etwas kompakter hätte halten können. Der eigentliche Filmstoff reicht zwar locker für mindestens 90 packende Minuten aus, aber eben nicht mehr.
Dafür sind die Darsteller aber wieder richtig gut. Alle Schauspieler stellen ihre Rollen relativ glaubwürdig und mit der nötigen Überzeugung da, so das man ihnen die Figuren durchaus abnehmen kann. Da kann sich so mancher Möchtegern-Darsteller noch ne Scheibe abschneiden!
Fazit: Spannender, gruseliger und extrem atmosphärischer Asia-Mystery-Streifen, mit einer ordentlichen Geschichte und sehr guten Darstellern. Auch wenn der Film das Genre nicht neu erfindet, so kann er sich doch ziemlich gut zwischen Top-Vertreter alla "Ringu" und "Dark Water" einreihen. So kann Südkorea weiter machen!
Wertung: 8/10