Denk an unseren ersten Feldzug. Wir waren kleine Jungen.
In der ersten Nacht schlief ich ein, Prospero.
Ich träumte tot zu sein und vor Gott zu stehen.
Ich wartete auf sein Urteil und wollte wissen warum er so hart mit seinen Kindern umging. Gott sah mich an und lachte.
Dummer Junge, sagte er, nachdem Gott die Welt erschaffen hat schaut er nur noch zu.
Claudio
Prospero: Es ist keine schöne Pflicht für mich.
Glaubst du es war je eine.
Der Herrscher spürt die Pein der Bestraften.
Er stirbt mit Ihnen.
Claudio: Für die Sterbenden ein schwacher Trost.
Inhalt:
Prinz Prospero (Adrian Paul) regiert ein kleines romanisches Provinzreich mehr oder weniger mit harter Hand.
Zudem hat er noch eine inzestuöse Beziehung zu seiner Schwester Lucrecia (Tracy Reiner) und hat teilweise ein schlechtes Gewissen wegen seines Regierungsstils.
Hatte Prospero doch seinem alten Mentor Machiavel (Patrick Macnee) versprochen besser und gerechter zu regieren als sein Vater.
Nun grassiert noch eine seltsame Seuche, der rote Tod, in der Gegend, weswegen Prospero sämtliche Adligen seines Reiches und auch Machiavel auf sein Schloss einlädt um dort solange auszuharren bis die Gefahr vorbei ist.
Da Prospero aber nichts davon hält nur einfach so rumzusitzen und zu warten, soll sein alter Freund und hauptmann der Wache aus Kindertagen, Claudio (Jeff Osterhage), im nächsten Dorf ein paar hübsche Frauen auftreiben.
Den jungen Frauen wird erzählt sie sollen bei einem Maskenfest für Unterhaltung sorgen, was auch stimmt.
Die Sache mit der Seuche und das die ausgewählten Schönheiten für etwas längere Zeit hinter den Burgmauern verbringen sollen wird den Dörflern allerdings verschrieben da Prospero befürchtet das gemeine Volk würde dann in der Burg Zuflucht suchen.
Unter den auserwählten Schönheiten ist auch Julietta (Clare Hoak) die sofort Prospero´s Aufmerksamkeit und Begehren erweckt was Lucrecia gar nicht passt.
Zur gleichen Zeit taucht eine unheimliche, in einen roten Mantel gekleidete Gestalt auf, die sich zu Pferde fortbewegt und das Schloss Prosperos ansteuert und dabei eine Spur von Tod und Verderben hinter sich herzieht... .
Meinung:
Diese 80-er Jahre Version von Edgar Allen Poes bekanntester Kurzgeschichte ist ein für den damaligen Videomarkt von Roger Corman produziertes Remake bei dem Larry Brand (Freitag der 13.: Jason im Blutrausch) Regie führte.
Zunächst einmal muss gesagt werden das diese Verfilmung von Poes Kurzgeschichte erheblich ruhig daherkommt und es kaum Action- oder Splattereffekte gibt.
Selbst das Finale ist in diesem Stil inszeniert.
Natürlich gibt es eine Handlung in der auch etwas geschieht doch diesen Film durchzieht eine Ruhe, etwas Melancholisches was aber nur in ein paar wenigen Szenen durchkommt.
Eigentlich könnte der Film auch im Nachmittagsprogramm eines öffentlich-rechtlichen Senders laufen, was nicht negativ gemeint ist.
Besonders fällt auf das sich die Gespräche in diesem Film immer wieder um die Themen Gott, Sünde, Tod, Gehorsam und darum wer das Recht hat über Leben und Tod zu entscheiden drehen.
Prospero z.. B. ist zwar kein gerechter Herrscher aber auch kein klischeehafter Sadist. Er steht mehr zwischen diesen beiden Polen.
Also mehr ein zerrissener Mensch der den Status quo aufrecht erhält.
So sieht er in einer Szene einem angeketteten Gefangenen im Verlies beim Sterben zu und als Lucretia ihn später dort aufsucht redet Prospero darüber und hat dann darauf dort Sex mit ihr.
Als dann zwei seiner Gäste zum Spaß einen anderen Gefangenen zu Tode foltern lassen wird Prospero zornig und will einem der Beiden sogar durch Handdurchbohren bestrafen, da nur er allein das Recht hat in seinem Reich über Leben und Tod zu bestimmen (Prospero: Über Leben und Tod in diesen Mauern entscheidet nur eine Stimme.)
Auch das Finale mit Prospero und dem roten Tod endet anders als in Poe´s Geschichte und dem Film mit Vincent Price
(Prospero: Ob du der Tod bist oder ein Mensch. Die Macht ist in meinen Händen.).
DVD:
Für meine Besprechung nutzte ich die ungekürzte DVD von MIG, da die alte dt. Videokassette um eine kurze Szene geschnitten war.
Die dt. Synchronisation schwankt zwischen zufriedenstellend und gut.
Zur Bildqualität der DVD: leicht unscharfer VHS-Transfer.
Der Soundtrack ist leicht atmosphärisch und passt zum gotischen Unterthema des Films und die Darsteller leisten gute Arbeit.
Die dt. DVD verfügt über eine Sprachauswahl (dt. / engl.) und eine Trailershow (inklusive des Originaltrailers zum Hauptfilm) und hat eine FSK 16 Freigabe (u. a. werden in einer Szene Bauern mit kochendem Öl übergossen).
Fazit:
Die 80-er Jahre Version von Die Maske des roten Todes dürfte nicht jedem Filmfreund zusagen. Trotzdem sollten Interessierte und Poe Komplettisten einen Blick riskieren.
Meinen Geschmack hat der Film getroffen, obwohl 15 Minuten weniger dem Film durchaus gut getan hätten um die Handlung etwas zu straffen.
(7/10)