Louisiana: Eine Bucht wird zum Zentrum eines tiefroten Kampfschauplatzes, in der jeder ums Überleben ringt. Die Situation zwischen einer kriminellen Dealer-Bande, die nach verlorenem Drogengeld sucht und dem Team um John Sanderson, das auf einer nahegelegenen Ölplattform ein Projekt zu erledigen hat, eskaliert: Die Dealer nehmen das Team als Geiseln und zwingen sie, nach dem Geld zu tauchen. Doch beide Seiten haben nicht mit einem übermächtigen Hai im Süßwasser des Mississippis gerechnet - ein gigantischer Fleischfresser, der alles Leben in die Tiefe zerrt.
Für einen dem Titel nach Tierhorrorfilm Marke Hai beißt Mensch, ist verdammt wenig Hai drin. Den süßwasseraktiven Bullenhai hätte man im Prinzip sogar ganz aus der Story schreiben können, ohne das der Film großartig anders verlaufen würde, denn eigentlich kabbeln sich hier drei Gangster, die nach fetter Beute tauchen wollen, auf eine Gruppe Ölsucher, die lediglich die Bohrungen vor Ort optimieren wollen. Von blutigen Bissen ist auch nichts dabei, bis auf eine sekundenkurze Einblendung eines abgebissenen Unterarms ist genau genommen sogar gar keine Härte drin. Alle Viertelstunde wird mal einer unter Wasser gezogen, anschließend ein wenig Tomatensaft ins Wasser gekippt, das wars schon an Hai Attacken.
Ziemlich mißlungen ist zudem die erste Filmhälfte die furchtbar verschnarcht ist und außerdem viel zu dialoglastig daherkommt. Dazu wird einer der ältesten Subplots der Welt hervorgekramt, in dem der wackere Held gezwungen wird mit seiner Ex-Frau zusammen zu arbeiten und die beiden sich auf dem Wege wieder neu verknallen, da kullert mir doch immer wieder eine romantische Träne der Langeweile herunter. Sobald allerdings die drei Gruppen (Hai mitgezählt) bei der Ölplattform aufeinander treffen zieht das Tempo merklich an, genau wie die Action, die auf einmal dicke Explosionen und kleinere Fights aus dem Hut zaubert.
Die Darsteller sind routiniert, aber keineswegs großartig. Coolio spielt wie immer den schnodderschnauzigen Kriminellen, aber irgendwie mag ich sein Rapperacting. Nach schleppenden Beginn gelingt es Red Water immerhin doch noch ein wenig Spannung aufzubauen, trotzdem wirkt das ganze insgesamt beinahe wie ein Fernsehfilm. Im Hai-Genre ordnet sich der Streifen im Mittelmaß ein, hat aber gegen Branchenprimus Jaws gar keine Chance.
5/10