Review

Vor Jahren hatte ich den legendären ersten Blues Brothers Film gesehen, und war also mehr als gespannt auf die Fortsetzung. Enttäuschend natürlich, daß Belushis Bruder aufgrund anderweitiger vertraglicher Verpflichtungen nicht mitwirken konnte, auch wenn mit John Goodman ein wirklich guter Ersatz gefunden wurde.
Als ich mir den Film damals das erste mal ansah, war ich zuerst sehr enttäuscht. So eine hahnebüchene Story! Man kann eigentlich gar nicht von einer Story reden. Das Drehbuch diente offenbar einzig und allein dazu, die verschiedenen Blues-Götter in einem halbwegs logischen Zusammenhang in den Film zu integrieren.
Aber war das denn bei 'Blues Brothers' anders? Nein. Auch dort war die Story vollkommen konfus und ohne jeden Zusammenhalt. Das war ja gerade das sympathische an diesem Film. Niemand leiht sich doch heutzutage 'Blues Brothers' in der Videothek aus, um sich an der intellektuellen Story zu ergötzen. Nein. man will John Lee Hooker 'Boom Boom Boom' singen hören, und bei 'Minni the Moocher' versuchen Cab Calloways Gesang zu immitieren.
Insofern knüpft die Story von BB 200 nahtlos an die Vorgängerversion an. Einige Kritikpunkte aber bleiben: Was hat dieser kleine Junge (wie hies der gleich?) in dem Film zu suchen? Soll der die Jugend für den Blues begeistern? Welchen Sinn hat es, Curtis' Sohn auftauchen zu lassen? Mußte man die Nazis aus dem ursprünglichen Film wirklich durch die Russenmafia ersetzen?
Mein Fazit: Ein handwerklich gut gemachter Film, der dem genialen ersten Teil nur teilweise gerecht wird. Auch wenn der anarchische Touch des originals heute nicht mehr zu reproduzieren ist, reißt die Musik ihn doch zu großen Teilen wieder raus.

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