Dan Aykroyd spielt erneut den Musiker Elwood J. Blues, der, frisch aus dem Gefängnis entlassen, feststellen muss, dass sein Bruder verstorben ist und, dass er einen Halbbruder hat, der bei der Polizei arbeitet. Er kehrt in das Waisenhaus zurück, in dem er aufwuchs und das er vor dem finanziellen Ruin gerettet hatte und bekommt dort ein Kind zur Seite gestellt, dem er als Mentor dienen soll. Nun versucht er, die alte Band ein weiteres Mal zu zusammenzutrommeln, verpflichtet sogar einen neuen Sänger, gespielt von John Goodman, doch schnell sitzen ihnen die russische Mafia und die Polizei im Rücken.
So vielen guten Filmen blieb ein schlechtes Sequel, bzw. Remake nicht erspart und "Blues Brothers" schien lange eine glückliche Ausnahme zu bleiben, bis Dan Aykroyd und John Landis doch noch ein Sequel, das im Prinzip auch ein Remake sein könnte, mit einem niedrigen Budget abdrehten, das so schlecht ist, dass sich John Belushi, in seinem Grab umdrehen dürfte.
Die Story ist ein billiger Aufguss des Vorgängers. Der Anfang mit einem der beiden Blues-Brothers, der aus dem Gefängnis entlassen wird und in sein Waisenhaus zurückkehrt ist bereits nahezu identisch mit dem Vorgänger, genauso, wie der gesamte Mittelteil des Films, in dem er seine alte Band wieder zusammentrommelt, nur, dass der Part, den der verstorbene Belushi hatte, diesmal von John Goodman übernommen wird. Das, was übernommen wurde, wirkt jedoch nur wie ein dünner Aufguss des Vorgängers, doch phänomenal ist, dass das, was geändert wurde noch schlechter ist. Die Russenmafia, die die Band verfolgt wirkt vollkommen fehl am Platz, genauso, wie der überflüssige Handlungsstrang um den Halbbruder von Elwood J. Blues, oder natürlich den kleinen Jungen, den die Musiker die ganze Zeit über im Schlepptau haben. Und beim Finale, wenn die Band schließlich vor einer Voodoo-Priesterin auftritt, ist endgültig der Punkt erreicht, an dem die Story das Niveau einer durchschnittlichen Teenie-Komödie oder Horrorproduktion weit unterschreitet. Was sich Aykroyd und Landis bei diesem Drehbuch gedacht haben, ist definitiv nicht nachvollziehbar.
Leider ist aber auch die Inszenierung mehr als dürftig. Trotz deutlicher Entwicklung der Tricktechnik seit 1980 sind die Action-Szenen schlechter als beim Vorgänger und sind zudem ebenfalls mehr oder weniger von diesem geklaut, auch hier merkt man der Billig-Produktion ihr Budget an. Der Humor ist ebenfalls alles andere als lustig, die befremdliche, coole und todernste Art der Blues-Musiker wird diesmal nicht ausgespielt, stattdessen wirken sämtliche Versuche Komik zu erzeugen einfach nur peinlich, womit der Film natürlich durchgehend langweilt und zudem zutiefst enttäuscht, da man sich von Landis, der mit "Blues Brothers" und "Ghost Busters" gleich zwei Kultkomödien inszeniert hatte, mehr erwarten konnte. Die Choreografie der Musik-Szenen ist diesmal ebenfalls peinlich und da hilft auch der ganz nett gewählt Soundtrack nicht mehr, denn hier gibt es kaum noch was zu retten.
Und das müssen auch die Darsteller feststellen, die sich gar nicht mal so schlecht schlagen. Dan Aykroyd und John Goodman machen sich als neues Blues-Brothers-Duo ziemlich gut und auch an den Nebendarstellern gibt es nicht viel auszusetzen, aber zu retten ist ja sowieso nicht viel.
Fazit:
"Blues Brothers 2000" ist einfach nur enttäuschend. Das, was vom Vorgänger unmittelbar übernommen wurde wirkt lieblos und wie ein dünner Aufguss, so überzeugen weder die Action-Szenen, noch die Gags. Die Änderungen, die vorgenommen wurden, machen das Ganze leider auch nicht besser, so ist die Story diesmal haarsträubend schlecht und dieses Desaster können weder die Darstellern, noch der Soundtrack retten. Egal ob man nun Fan des Originals ist, oder nicht, diesen Film sollte sich wirklich niemand antun.
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