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Sie gehören beide zu den absoluten Profis im Comedygeschäft von Hollywood: Eddie Murphy und Dan Akroyd. Egal ob es nun der ewig quasselnde Murphy, mit Comedy-Klassikern wie "Nur 48 Stunden", "Der Prinz aus Zamunda" und natürlich "Beverly Hills Cop" ist oder Aykroyd, der das Publikum mit "Ghostbusters" "Valkenvania" und "Schlappe Bullen beißen nicht" begeisterte, keiner der beiden ist aus Komödienwelt wegzudenken. Das sich zwei gute Sachen aber leider nicht immer 100% ergänzen können, dass beweisen leider "Die Glücksritter", die nicht viel mehr geworden sind, als ein 08/15-Komödchen, dem es an wirklichen guten Gags, größtenteils, fehlt.

Wenn man ehrlich ist, dann dürfte noch die Geschichte, das beste Detail der "Glücksritter" stellen. Zwei alte, geizige Geschäftsmänner wetten um einen schlaffen Dollar darum, dass sie es schaffen können, aus einem angesehenen reichen Manager, einen armen kriminellen Bettler zu machen und umgekehrt. Als Opfer suchen sie sich dabei den versnobten reichen Winthorpe und den plappernden armenden Valentine aus und setzen ihren Plan in die Tat um, der sogar funktioniert. Doch als die beiden Gepeinigten hinter das Komplott kommen, schmieden sie einen perfiden Plan um sich zu rächen. Ja mit der Filmstory kann man durchaus zufrieden sein, da sie im großen und ganzen sogar mehr bietet, als viele andere Komödien ihrer Art. Die einzelnen Szenen und Vorkommnisse wurden allesamt gut durchdacht, passen zusammen und haben sogar ein wenig Platz für Spannung zu bieten. Auch wenn das ganze Treiben natürlich so nur im Film funktionieren kann, so sind größere Logiklücken doch eher selten vorhanden und können übersehen werden. Von daher gibt es an der Geschichte an sich eigentlich nicht viel zu kritisieren.

Leider aber funktioniert das Wichtigste einer jeden Komödie, die Gags, hier nur bedingt. Größtenteils sind die Witze leider nur recht platt und witzlos ausgefallen und konzentrieren sich auch zu oft auf irgendwelche geschmacklosen Fluchwitzchen, die in eine beschwingte 80er-Jahre-Comedy irgendwie nicht so richtig passen wollen. Beschimpfungen, mitunter auch unnötig rassistische, kommen immer öfter vor und fahren die meistens Jokes an die Wand. Auch wirkt das meiste Geplapper von Murphys Figur Valentine eher nervig als wirklich unterhaltsam. Richtige Brüller stecken da höchstens in den Szenen, wenn Winthorpe als versoffener Weihnachtsmann eine X-Mas-Party stört, wenn sich Valentine auf einer Toilette versteckt und dabei ausversehen einen angezündeten Joint verschluckt oder er, als angeblich beinamputierter, blinder Bettler, versucht die Polizei zu verarschen. Ja, dann kann man sich doch schon mal auf die Schenkel klopfen. Aber meist bleibt es höchstens bei einem müden Lächeln.

Ebenfalls nicht richtig funktionieren will die stetig präsente Gesellschaftskritik des Films. Irgendwie lässt einen das Geschehen stehts kalt, wenn hier aus arm reich wird und aus reich arm. Dazu sind die Charaktere dann alle schon eine Spur zu überzeichnet ausgefallen, als das man das Treiben wirklich als Kritik an der geizigen und geldgierigen Gesellschaft verstehen könnte. Hier hätte man dann vielleicht doch noch etwas mehr Feingefühl in der Figurenzeichnung mit einbringen müssen, damit es funktioniert.

Einiges retten können da allerdings die Darsteller, die allesamt wieder eine bravouröse Leistung ablegen. Eddie Murphy und Dan Aykroyd stecken wirklich all ihr vorhandenes Können in ihre jeweiligen Rollen, so dass diese dann doch noch recht sympathisch rüber kommen. Jamie Lee Curtis gibt dazu eine vorzügliche Prostituierte ab und auch Ralph Bellamy und Don Ameche, als geldgierige Wirtschaftsdinos, machen ihre Sache gut.

Fazit: Durchschnittliche, komischerweise schon als Klassiker dekladierte, 80er-Jahre Komödie, die zwar in ihrer Story recht gut funktioniert, aber dafür nur selten mit echten Brüllern aufwarten kann und auch den gesellschaftskritischen Teil nicht sonderlich glaubwürdig rüberzubringen vermag. Dafür sind Murphy, Aykroyd und alle anderen aber mal wieder bestens aufgelegt und können somit das ganze Treiben wenigstens auf Durchschnitt hieven. Trotzdem, bei den Voraussetzungen hätte wesentlich mehr draus werden können!

Wertung: 5/10 Punkte

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