Police Academy ist wie ein langer Weg. Am Anfang läuft man noch gern, gegen Ende wird man zunehmend müde und schließlich feuert man seine Füße an, auch noch den letzten Zentimeter zu schaffen. Was hatten wir denn alles? Sage und Schreibe sieben Kinofilme, qualitätsmäßig von mal zu mal eine Stufe niedriger. Dann kam letztendlich noch eine Serie, die versucht hat, mit neuen Charakteren nochmal die Zuschauer anzulocken. Vergebens.
Was fehlt da noch? Richtig, ein Zeichentrickserie.
Samstagmorgens, 8.00 Uhr, hieß es bei mir als Kind: Police Academy. Fernseher an, eine Folge geguckt, zufrieden und wieder schlafen gelegt. So ging das Wochenende für Wochenende. Im Nachinein frage ich mich manchmal, wie ich das auf lange Sicht aushalten konnte. Denn wenn die Filme schon mit der Zeit immer unkreativer wurden, ist es gewagt, auch noch eine Trickserie zu basteln, um noch blödere Ideen preiszugeben. Am Ende weiß man jedoch, wo man mit der Trickserie steht: Volles Rohr Kinderunterhaltung.
DIe Charaktere sind alle leicht überzeichnet, die Witze bewegen sich auf Grundschul-Niveau und die Handlungen erinnern mittlerweile an KIKA und Super RTL. Nun würde ich wünschen, diese Serie hätte nix eingebüßt, aber dem ist leider nicht so. Als Fan der richtigen Filme begutachtet man das alles mit einem misstrauischen Auge. Spätenstens wenn groteskte Superbösewichte auf den Plan treten, ist dann auch für den geneigten Erwachsenen Feierabend. Und Bösewichte gibt es hier wie Sand am Meer.
Zumindestens sind alle Figuren aus den FIlmen dabei. Einige lobenswerter (?) Weise mit dem selben Nervfaktor. Mahoney ist wiedermal das smarte Löckchen, Jones die Kiste voller stimmlicher Überraschungen und der Rest ein Sammelsorium von fast schon karikaturhaften Figuren. Die Charakterer sind mitunter auch dürftig gezeichnet. Während Tackleberry Lippen wie ein Schlauchboot hat, erkennt man den guten alten Zed gar nicht wieder. War er in den Filmen ein rumjaulendes Etwas mit klebrigen, schwarzen Haaren, ist er in dieser Serie ein kleines Männchen mit Hasenzähnen, piepsiger Stimme und roten Haaren. Schade eigentlich.
Bei den Episoden darf man wie gesagt keine künsterlischen Wunder erwarten. Selten entsteht ein echter, dramaturgischer Höhepunkt; oft dagegen laufen die folgen nach Schema F ab. Ein Bösewicht kommt ins Spiel, die Polizisten bekämpfen ihn, Ende. Manchmal streut man auch noch unschlüssige Fantasy-Elemente mit rein, die dann für jeden echten Fan gleich nochmal ein Schlag ins Gesicht sind.
Zumindestens hat das alles aber Charme. Wer erinnert sich schon nicht gern an die freundlichen Serien aus der Kindheit? Man muss zugeben, der Aufguss in Form von Zeichentrickfilmen war mal wieder bestimmt Geldmacherei und gleichzeitg Promotion für jeden weiteren, richtigen Film, aber wenigstens ist alles recht kindgerecht in Szene gesetzt, auch wenn über 16-Jährige dem bunten Treiben wahrscheinlich nur noch wenig Verständnis zusprechen können.
Fazit
Bunt, kindgerecht und ab und zu ganz lustig, präsentiert sich diese auf Kinder zugeschnittene Variation des Police Academy Themas. Die ein oder andere freudige Erinnerung sicher wert, aber nicht unbedingt etwas, was man jubelnd gleich in der Fernsehzeitung rot ankreuzt, wenn es dieser Tage mal wiederholt wird.
5/10