Die Palette der Meinungen dürfte vielfarbig sein, von hirnloser Unterhaltung bis zu harmlos kindlichem Popcornfun. Aber schon da gibt's Unterschiede. Riesig nicht, aber fein.
Fest steht, das "Die Mumie"-Remake ist purer Fun, wenn man sich darauf einläßt und überaus albern noch dazu, wenn man es ertragen kann.
Die Mischung besteht aus ordentlichen Indiana-Jones-Anleihen, Murphy's Law, ein paar computergestützten Horrorelementen und einem Schlag Slapstick.
Ausgehend von dem üblichen "damals-im-alten-Ägypten"-Prolog bekommen wir unsere Hauptdarsteller präsentiert, die einer wie der andere nicht dem generellen Heldentyp entsprechen. Der sonstige Kaspermime Brendan Fraser hier mal als tolpatschiger Ballerheld, der Marke "ab hier reagiere ich nur noch auf das was kommt". Rachel Weisz als junge, aber überaus fundierte Ägyptologin, nur noch etwas tolpatschiger (klar nehmen wir das den Machern ab) und Vier-Hochzeiten-John Hannah als geldgeiles Brüderle mit loser Lippe, der sich der sonst herrschenden Unfähigkeit noch mit ein paar Fehlgriffen anschließt.
In jedem anderen Film wären die drei nach fünf Minuten tot, hier sind das Identifikationsfiguren, die es natürlich verreißen und die Mumie in bester Absicht befreien, auf das im Filmverlaufe reichlich Knallchargen und Ägypter deswegen in den Sand beißen müssen. Ist ja nur Film, sind ja nur Statisten. Und nicht mal Europäer.
Da überrascht es kaum, daß die Einheimischen alle endweder gierig, dumm oder bösartig sind und wirklich alle dran glauben müssen, abgesehen vom edlen Anführer der ehemaligen Palastgarde, der düster-markig rüberkommt. Aber um Vorurteilen zu entgehen, sind auch noch drei Amis in Desertland unterwegs, goldversessen, schmalgeistig und mit der nötigen Materie natürlich gänzlich unvertraut. Das ist so nah an der Realität, daß es schon Satire ist und man sich wundert, daß das in Amiland ankam.
Unsere Helden sind natürlich very british, aber nicht so, daß man kulturelle Verwicklungen befürchten müßte. Aber egal, hier geht's nur um den Spaß an der Sache, da schauen wir mal nicht nach sonstigen Nebenwirkungen.
Wer bis dato nicht verärgert ist, kann an diesem Film glatt noch seine wahre Freude haben.
Regisseur Sommers, der vorher "Octalus" ziemlich eintönig unter Dauerfeuer im Meer versenkte, inszeniert hier auch nach der Masche, den Zuschauer bloß nicht zu langweilen.
Ständig ist was zu sehen, ständig ist was los, wenn geredet wird, dann nur, was unbedingt für den Plot nötig ist.
Also ran ans Grab, Mist bauen, Folgen ausweichen. Alles funktioniert hier nach dem Mausefallenprinzip, bloß nirgends anlehnen oder gegendrücken, schon springt was Tödliches aus dem Nähkästchen. Mit CGI-Effekten wird auch nicht gegeizt, besser geklotzt, obwohl die deutlich als solche erkennbar sind und bisweilen zu glatt aussehen.
Ein Lachschlager auch die Mumie im Frühstadium, ein putzig-verwesendes Kerlchen mit ausklinkbarer Gesichtsmimik, wo doch Arnold Vosloo so ein markanter Schurke ist und wir gern mehr Szenen von ihm gesehen hätten, in denen sich die Gesichtshaut nicht abschält.
Eingestreut in die (selten voll gezeigten) Grausamkeiten immer wieder Ungeschicklichkeiten, extremes Fallenlassen oder Unheil anrichten unserer Helden, hart an der Grenze zum Genervtsein, und knapp im Ziel vor der Logikfrage, wie sie das alles wieder geschafft haben. Meistens funktioniert das über die Opferung irgendeiner unwichtigen Nebenfigur und davon gibt's reichlich.
Immerhin wird für Abwechslung gesorgt, nicht dauernd dasselbe, sondern mal ein Fight, dann Schußwechsel, mörderische Käfer, Augenausreissen, Ami-Auslutschen, tödliche Fallen, Schiffsbrand, umfallende Ruinen, Totenwiederbelebung und zahlreiche Mumien zum Kleinhacken. Ach, wie fein.
Wie gesagt, den IQ können wir getrost einpacken und dann müssen wir nur noch entscheiden, ob wir für kindlich auch kindisch nehmen würden uns ob uns gerade albern zumute ist. Aber man kann ja nicht immer Probleme wälzen. Ich fands jedenfalls extrem kurzweilig und man hat mich nicht ständig daran erinnert, daß hier meine Intelligenz beleidigt wird. Gemerkt habe ichs trotzdem. (7/10)