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Rachel Weisz spielt eine Ägyptologin, der ein geheimnisvoller Schlüssel in die Hände fällt. Zusammen mit einem Abenteurer, gespielt von Brendan Fraser, sucht sie die mysteriöse Stadt Hamunaptra, wo sie eine verfluchte und untote Mumie zum Leben erweckt, die nun alle Menschen töten will, die sie erweckt haben. Darüber hinaus benötigt sie Weisz als Opfer, um ihre tote Geliebte wieder zum Leben zu erwecken.

Nachdem "Jäger des verlorenen Schatzes" in den 80ern verhinderte, dass das Abenteuer-Genre endgültig in der Versenkung verschwindet, wurde ihm im Laufe der 90er durch actionreiche Comic-Verfilmungen und rasante Action-Komödien mit der Zeit wieder der Rang abgelaufen, dass man aber mit modernen Effekten und aktuellem, Teenie-tauglichem Humor auch einen gelungenen Abenteuerfilm auf die Beine stellen kann, beweist "Die Mumie" deutlich und das Einspielergebnis von über 400 Millionen Dollar zeigt zudem, dass man mit Abenteuerfilmen immer noch einige Zuschauer in die Kinos locken kann. Vor allem die starke Regie von Stephen Sommers dürfte für diesen Überraschungserfolg gesorgt haben. Sommer, der zuvor mit "Octalus" eher Durchschnittsware lieferte, baut gleichermaßen Action, Spannung und Humor in seinen Film ein und sorgt somit für einen hohen Unterhaltungswert. Mit den dunklen Kammern unter der Wüste, mit einigen, überaus bedrohlich wirkenden Kreaturen, allen voran natürlich die Mumie, der ständigen Bedrohung durch gefährliche Naturphänomene und durch den starken Soundtrack Kult-Komponist Jerry Goldsmith kann er an einigen Stellen eine bedrohliche Atmosphäre aufbauen und darüber hinaus einige geschickte Schock-Effekte platzieren. Statt aber einen Horror-Film ganz im Stil des Originals zu drehen, baut er einige Action-Szenen ein, die sich wirklich sehen lassen können und durch brilliante Effekte erreicht er so einen enorm hohen Schauwert. Dieser spannende und unterhaltsame Mix wird durch den einen oder anderen Gag aufgelockert, und auch wenn manche der Gags dann doch zu primitiv und naiv sind kann die Mischung aus Slapstick und schwarzem Humor zünden. Auch bei der Dosierung von Action, Spannung und Humor leistet Sommer hervorragende Arbeit und setzt darüber hinaus die Kulisse von Marokko und die dunklen Schächte unter der Sahara hervorragend in Szene. Zuletzt ist es auch das hohe Erzähltempo, das den unterhaltsamen Abenteuerfilm abrundet, auch wenn der Film so vielleicht ein bisschen zu kurzweilig geworden ist. Ansonsten gibt es an der Inszenierung wirklich nichts auszusetzen, zumal auch die Maske hervorragend gelungen ist und Sommers nebenbei auch ein bisschen Dramatik und Gefühl einbringen kann, auch wenn die Love-Story, die sich zwischen Fraser und Weisz entwickelt teilweise aufgesetzt wirkt.

Die Story ist zugegebenermaßen kein Meisterstück und bot viele Angriffsmöglichkeiten für die Kritiker. Zunächst einmal ist der Film historisch betrachtet ein Desaster und bietet keinen Ansatz von Realismus, aber dies war auch bei offiziell anerkannten Perlen des Genres, wie "Jäger des verlorenen Schatzes" nicht anders. Die Charakterkonstruktion ist alles in allem klischeehaft und auch ansonsten ist "Die Mumie" wie viele andere Blockbuster eher flach. Die Wendungen sind teilweise überraschend, teilweise aber auch sehr weit bei den Haaren herbei gezogen, aber auch hier möchte ich an "Jäger des verlorenen Schatzes" erinnern, bei dem die Nazis am Ende von irgendwelchen Geistererscheinungen getötet werden. Das einzige, was an der Story wirklich stört ist, dass sie gegen Ende nur noch wie ein Vehikel wirkt, mit dem die Action-Szenen und die Gags an den Mann gebracht werden sollen, aber bei der starken Inszenierung von Sommer lässt sich auch dies verschmerzen.

Der Cast ist alles in allem ordentlich, wobei einige Rollen durchaus besser hätten besetzt werden können, zumal bei dem hohen Budget etwas mehr drin gewesen wäre. Rachel Weisz verkauft sich dabei alles in allem am besten. Schon am Anfang ihrer Karriere zeigt die spätere Oscar-Preisträgerin nach "Außer Kontrolle" erneut, dass sie einiges auf dem Kasten hat und ist von Anfang bis Ende überzeugend und charmant, zeigt aber in den Action-Szenen, dass sie dennoch recht robust ist. Brendan Fraser, der mit "Eve und der letzte Gentleman" und "George - Der aus dem Dschungel kam" vor allem mit Komödien in Erscheinung treten konnte, liefert einige Lacher und stellt einmal mehr unter Beweis, dass er ein ausgezeichneter Komödiant ist und auch in den Action-Szenen, vor allem in Nahkampfszenen, leistet er beachtliche Arbeit, aber in den ernsteren und düsteren Momenten und in den eher emotionalen Szenen wirkt er noch leicht unbeholfen, wobei er diese Schwäche später in "Der stille Amerikaner" und "L.A. Crash" endgültig ablegen konnte. John Hannah macht sich als geldgieriger und feiger, aber dennoch beherzter Bruder von Weisz solide, übertreibt es aber stellenweise mit seiner trockenen Art und vor allem Omid Djalili übertreibt es mit dem Slapstick.

Fazit:
Auch wenn die Story eher mittelmäßig ist und der Cast einige schwache Nebendarsteller beinhaltet, die recht holprig durch den Film stolpern, ist "Die Mumie" durch die starke Inszenierung von Stephen Sommers ein gelungener Blockbuster, der durch eine gespannte Atmosphäre, hervorragende Effekte, großzügig dosierte Action und durch einen Schuss Humor erstklassige Unterhaltung bietet.

80%

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